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Wer schrieb die Qumran-Rollen?

Jerusalem (dpa) - Die legendären Qumran-Rollen vom Toten Meer stammen nach neuen Erkenntnissen israelischer Archäologen nicht wie bislang angenommen von der jüdischen Essener-Sekte. Die israelische Zeitung «Haaretz» schrieb am Freitag, zu diesem Schluss seien zwei Forscher nach Abschluss zehnjähriger Ausgrabungen in Qumran gelangt.

Jerusalem (dpa) - Die legendären Qumran-Rollen vom Toten Meer stammen nach neuen Erkenntnissen israelischer Archäologen nicht wie bislang angenommen von der jüdischen Essener-Sekte. Die israelische Zeitung «Haaretz» schrieb am Freitag, zu diesem Schluss seien zwei Forscher nach Abschluss zehnjähriger Ausgrabungen in Qumran gelangt.

Die 1947 von Beduinen gefundenen Rollen sind als älteste biblische Schrift und wichtigster archäologischer Fund im Heiligen Land bekannt. Überreste einer antiken Siedlung in der Nähe des Fundorts in Qumran galten bislang als Wohnort und Kloster der Essener, die zu Jesus' Lebzeiten wirkten. In zeitgenössischen Schriften - etwa des jüdischen Historikers Josephus Flavius - werden sie als zurückgezogen und asketisch lebende Gruppe beschrieben. Ihre Weltsicht stehe der von Jesus nahe, weil sie ein Leben in Armut wählten.

Die Forscher Juval Peleg und Izchak Magen meinen jedoch, Qumran sei eine normale Ansiedlung «ohne jede Einzigartigkeit» gewesen. «Man kann keinesfalls sagen, dass die in Qumran lebenden Menschen arm waren», sagte Peleg. Bei den teuersten Ausgrabungen seit mehr als einem halben Jahrhundert in Jordanien seien zahlreiche Schmuckstücke, importiertes Glas sowie teure Kosmetikbehälter gefunden worden. Auch der Fund von Gräbern von Frauen und Kindern widerspreche der Kloster- Theorie.

Bereits vor einem Jahrhundert war der amerikanische Forscher Norman Golb zu dem Schluss gelangt, dass die Schriftrollen ursprünglich aus Bibliotheken in Jerusalem stammten und während des jüdischen Aufstands gegen die Römer im ersten Jahrhundert nach Beginn der modernen Zeitrechnung in einer Höhle in Kumran versteckt wurden. Als Beweis für die Theorie führte er an, dass die Schriften von mehr als 500 verschiedenen Schreibern verfasst worden seien.

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