Wer sein Portfolio sorgfältig plant, kann vom Aufschwung profitieren und im Abschwung Verluste begrenzen
Die richtige Mischung macht den großen Unterschied

Manche Investoren verlassen sich auf ihr Gefühl. Andere werfen Darts-Pfeile. Die nächsten vertrauen ihr Geld der Bank an. Einige beten. Und viel zu viele halten sich an Tipps ihrer Freunde.

NEW YORK. Wer sich aber nicht auf seine Eingebung verlassen mag, schlecht Darts spielt, seinen Bankberater nicht leiden kann und auch von Freunden und dem Allmächtigen enttäuscht wurde, sollte seine Vermögensverwaltung sorgsam planen. Die Profis nennen das "Asset Allocation". Am Anfang steht dabei eine Entscheidung: Welcher Anteil soll in Aktien, in Anleihen und am Geldmarkt angelegt werden?

Jetzt ist eine gute Zeit, sich darüber Gedanken zu machen. Das Jahr geht bald zu Ende, und - um den Worten der englischen Königin Elizabeth zu folgen - es war für Anleger ein "Annus horribilis". Damit noch nicht genug der schlechten Nachrichten: Einige Experten sind überzeugt, dass auch die Anleihen zu teuer geworden sind. Außerdem befürchten viele Investoren, dass der Weltwirtschaft demnächst die Luft ausgeht. Oder, noch schlimmer, dass eine Rezession oder sogar Deflation vor der Tür steht.

Nach Ansicht von Jeffrey Knight, Chef der Vermögensverwaltung Putnam Investments in Boston, haben Anleger grundsätzlich zwei Möglichkeiten zu handeln: Entweder sie leben in dem Glauben, dass sie die Märkte gut kennen und die jeweils besten Investments im Portfolio haben. Für Leute ohne magische Fähigkeiten ist das freilich nicht zu schaffen. Oder sie bauen sich ein Portfolio auf, das in Boomzeiten wächst und im Abschwung den Wert so weit wie möglich hält.

Das ist nicht einfach, denn "die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass ein Abschwung alle Pläne zum Vermögensaufbau über den Haufen werfen kann", sagt Knight. "Je enger ein Portfolio ausgelegt ist, umso stärker schwankt es: Da gibt es besonders gute Jahre und ausgesprochen schlechte Zeiten. Leider machen die Abwärtsphasen mehr kaputt als die guten Jahre aufbauen."

Die Rechnung ist einfach, wie das Beispiel des 2,5 Mrd. Dollar schweren Putnam Balance Fonds zeigt, den Knight verwaltet. In den vergangenen drei Jahren hat der Fonds 11,9 % an Wert verloren. Der US-Aktienindex S & P 500 dagegen brach um 33 % ein. Wer vor drei Jahren sein Geld in den S & P 500 gesteckt hat, braucht jetzt ein Plus von 49 %, um wieder an den Ausgangspunkt zu kommen. Im Putnam Fonds ist nur ein Wachstum von 13,5 % nötig.

Sein Vermögen breit anzulegen sei in diesen Tagen besonders wichtig, sagt Knight, weil das größte Risiko an den Märkten die Deflation sei. Die Experten gehen zwar davon aus, dass es in Europa und den USA nicht zu fallenden Preisen kommen wird. Doch Knight warnt: "Wenn wir falsch liegen, könnte das negative Auswirkungen auf die Aktien haben und sich bei Anleihen positiv bemerkbar machen."

Der Putnam Fonds orientiert sich an einem Vergleichsportfolio von 60 % Aktien und 40 % Anleihen. Der Aktienanteil ist dabei aufgeteilt in 50 Prozentpunkte US-Papiere und zehn Punkte außerhalb Amerikas. Die Rentenpapiere teilen sich in 35 Punkte solider Anleihen und fünf Punkte Junk-Bonds, also Titel mit einem besonders großen Risiko.

Derzeit hat Knight 65 % seiner Mittel in Aktien angelegt, davon fast ein Viertel in nicht-amerikanische Titel. Großbritannien und die aufstrebenden Märke hat er übergewichtet, in Europa ist er stärker als im Vergleichsportfolio vertreten, Japan dagegen ist untergewichtet. Von den 35 Punkten Bonds sind fünf Prozentpunkte in Großbritannien, Europa, Kanada und Australien angelegt.

Für Anleger, deren Heimatwährung nicht der Dollar ist, schlägt Knight eine andere Gewichtung vor. Er empfiehlt Europäern, verstärkt in ihren jeweiligen Heimatmärkten zu investieren. Deutsche, Spanier oder Italiener sollten 30 % ihres Portfolios mit Aktien aus der Euro-Zone bestücken. 30 % sollten Investoren in Nicht-Euro-Aktien stecken, 30 % in solide europäische Bonds, 5 % in sichere nicht-europäische Bonds und 5 % in risikoreiche, hochverzinsliche Anleihen.

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