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Wer will noch Mobilcom?

Nichts ist schöner für den Branchentratsch als Fusionsgerüchte. Unaufhaltsam kursieren sie, vor allem, wenn ein Verkauf ganz offiziell angekündigt ist. Wie im Fall Mobilcom, die France-Télécom-Boss Michel Bon mit einem der drei anderen kleinen UMTS-Lizenzbesitzer fusionieren will.

Ist es E-Plus, Quam oder die in O2 umgetaufte Viag Interkom, an die Mobilcom verkauft wird? Die aktuellen Gerüchte meinen: O2.

Was aber bekäme die britische Mobilfunkgesellschaft MMO2, zu der O2 gehört? Mobilcom brächte hohe Schulden mit - MMO2 ist froh, ihre los geworden zu sein. Mobilcom hat einen Netzvertrag mit E-Plus, den O2 wegen der eigenen Netzkooperation mit T-Mobile nicht brauchen kann. Und Mobilcom hat Kunden, die dies nur zum Teil sind, weil sie bisher in einem der drei Nicht-O2-Netze telefonieren. Ach ja: Mobilcom hat auch eine UMTS-Lizenz. Nur fällt die bei einer Fusion mit einem anderen deutschen Mobilfunker an den Regulierer zurück - und wird damit wertlos.

Bons eigentliches Ziel ist eine Minderheitsbeteiligung bei einem deutschen UMTS-Mobilfunknetzbetreiber. Sein Mobilcom-Engagement hat er in der Bilanz schon abgeschrieben. Am besten in Bons Orange-Landkarte passt E-Plus, und der finanziell klammen E-Plus-Mutter KPN könnte ein großer Mitaktionär nur recht sein - allerdings ohne Mobilcom und ihre Schulden.

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin
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