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Werbe-Mails sind wie lästige Kletten

Werbe-E-Mails sind lästig und nur schwer abzuschütteln. Nicht nur Privatnutzer stöhnen über die Flut von vermeintlichen "Millionengewinnen" und "potenzfördernden Geheimpillen". Laut einer Studie der Radicati Group aus Palo Alto besteht bereits etwa 30 Prozent der E-Mails, die Unternehmen erhalten, aus so genanntem Spam, wie unerwünschte Werbemails verächtlich genannt werden. Nun formiert sich eine ganze Branche, die sich auf das Bekämpfen der elektronischen Werbeflut spezialisiert hat. Sie entwickelt Filter, die E-Mails automatisch auf Schlüsselbegriffe prüfen.
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Ganz vorn dabei sind die Sicherheitsspezialisten Network Associates und Symantec, die mit Virenschutzprogrammen groß geworden sind und nun neue Geschäftschancen beim Abfangen von Spam wittern. Network Associates übernahm deshalb im April die norwegische Softwarefirma Nova-Soft, Anbieter des Programms Spamkiller. Konkurrent Symantec ist am kalifornischen Unternehmen Brightmail beteiligt, dem Marktführer im Unternehmensgeschäft mit Anti-Spam-Software.

Den kühnsten Ansatz hat die Firma Cloudworks aus San Francisco gewählt. Die vom Napster-Mitgründer Jordan Ritter initiierte Firma spannt die Nutzer ihrer Anti-Spam-Software beim Bekämpfen der Werbeflut ein. Die klicken einfach E-Mails an, die ihrer Ansicht nach Werbung enthalten, und schicken das Resultat an einen Rechner von Cloudworks. Je mehr Nutzer mitmachen, derzeit sind es etwa 20 000, umso wirksamer lassen sich die Tricks der E-Mail-Werber unterlaufen, hofft Ritter.

Zu subjektiv findet diese Methode sein Konkurrent Ken Schneider. Schließlich, so der Brightmail-Technikchef, empfinde jeder anders, was unerwünschte Werbung sei und was nicht. Schneider setzt lieber auf Programmierer, die täglich die Filter ergänzen, um Spam effektiver auszusieben. Trotzdem bewegt sich auch Brightmail in einer rechtlichen Grauzone, denn Werbeversender, die ihre Botschaften zu Unrecht blockiert sehen, könnten klagen. Dieses Problem hat die Firma Choicemail aus New Orleans gelöst. Sie verschickt automatisch ein Formular, mit dem Werbeversender zunächst die Erlaubnis des Kunden einholen müssen.

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