Werbeagentur rechnet mit Wachstum der Honorare
Springer & Jacoby wächst in der Krise

Erfolgreich in der Werbekrise: Die Hamburger Agentur Springer & Jacoby rechnet für dieses Jahr mit einem Umsatzwachstum über dem Branchendurchschnitt. Springer-Chef Kemper glaubt ungeachtet des konjunkturellen Abschwungs an eine Rückkehr des Werbemarktes zur Normalität im kommenden Jahr.

lip HAMBURG. Die Springer &  Jacoby-Gruppe (S & J) hat die Flaute auf dem Werbemarkt nach den Terrorangriffen in den USA bisher nicht zu spüren bekommen. "Wir haben bereits einige Tage nach den Anschlägen den großen Etat eines Kosmetikherstellers gewonnen", erzählt S & J-Chef André Kemper.

Insgesamt ist die Stimmung in der Werbebranche derzeit alles andere als gut. Nach dem Boomjahr 2000 üben sich die Agenturen in Zweckoptimismus. "Die Kunden drehen die Mark fünf Mal um", sagt ein Brancheninsider. Wegen der schwachen Konjunktur überprüfen viele große Kunden, ob ihre Werbeausgaben tatsächlich effizient eingesetzt sind.

Trotz des schwierigen Marktumfelds rechnet eine der zehn größten Werbeagenturen in Deutschland, für 2001 mit einem Honorarplus deutlich über dem vorausgesagten Branchenwachstum von 5 %. Benaue Zahlen will Kemper nicht nennen. Im Unternehmen heißt es aber, dass die Hamburger Werber im laufenden Geschäftsjahr den Honorarumsatz um 7,5 % auf 133 Mill. DM steigern werden. Der Vorstandschef war noch zum Jahresanfang von 2 bis 3 % ausgegangen, weil er wegen der flauen Börsenverfassung und der kränkelnden Internetwirtschaft mit Etatkürzungen rechnete.

Auch für das kommende Jahr zeigt sich Kemper optimistisch. Er geht davon aus, dass die deutsche Werbebranche schon bald zur Normalität zurückkehren wird. "Es wird aber noch einige Monate dauern, bis die Unternehmen wieder große Etats vergeben. Aber es zeigt sich bereits jetzt, dass die Firmen weiter kräftig in Werbung investieren", sagt der Vorstandschef.

Von der Konjunkturflaute seien nicht alle Markenhersteller betroffen. Vor allem Branchen, die "bezahlbare Lustprodukte" herstellten, würden in den kommenden Monaten zu den Gewinnern zählen. Kemper nannte als Beispiele Kosmetik- und Spirituosenhersteller. "Die Konsumenten versuchen, durch solche Produkte ihren Frust zu kompensieren", erklärt er. Die Auto- und Elektronikindustrie sowie die Reiseveranstalter dürften hingegen noch eine längere Durststrecke vor sich haben.

hält auch nach den Terrorangriffen an der Strategie fest, forciert ausländische Werbemärkte zu erobern. "Wir wollen im Ausland weiter kräftig wachsen", sagt Kemper. Im August hat S & J ein Büro in Paris eröffnet, um den Werbeauftritt von Daimler-Chrysler in Frankreich zu begleiten. S & J ist bereits in Spanien, Italien und Großbritannien aktiv. Das Auslandsgeschäft trägt rund 20 % zum Gesamtumsatz bei. Dieser Anteil soll weiter steigen.

Dachgesellschaft für die Auslandsfirmen und sonstigen Aktivitäten der Werbegruppe (bis auf die Internet-Tochter Elephant Seven) ist die Beteiligungs GmbH, Hamburg. Daran besitzt die Interpublic Group (IPG, früher True North) 35,5 %. Der US-Werberiese hat die Option, in zwei Jahren eine Mehrheit von 51 % an der S + J- Holding zu erwerben. Die Anteile dafür stammen von den beiden S + J-Gründern Reinhard Springer und Konstantin Jacoby.

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