Werbeagentur verleibt sich Büros des Konkurrenten ein
Leo Burnett erbt nicht alle D’Arcy-Kunden

Möglichst alle D?Arcy-Kunden sollen innerhalb der neuen Holding Publicis Groupe an die Agenturgruppe Leo Burnett übergehen. Darunter sind Marken wie Philips und Roche.

bba/wsj/pes LONDON/DÜSSELDORF. Jedoch mindestens ein Kunde der britischen D?Arcy-Agentur, McCain Foods Ltd. mit einem Werbeetat von 15 Mill. £, will nicht mit zu der neuen Agentur übrgehen. Der Grund: Burnett arbeitet auch für den McCain-Konkurrenten H.J. Heinz.

"Die Gespräche mit den deutschen Kunden sind sehr positiv verlaufen", berichtet der deutsche Leo Burnett-Chef Frank Eigler. Er wird das Hamburger D?Arcy-Büro nun in Leo Burnett umbenennen. Ein Branchenkenner geht jedoch davon aus, dass es in Deutschland nicht gelingen wird, alle D?Arcy-Kunden in der Publicis-Familie zu halten. "In diesen Zeiten ohne Neugeschäft freuen sich andere Agenturen über jede Gelegenheit, einen Kunden zu angeln", sagt der Insider. In Deutschland sind davon rund 15 Werbekunden betroffen.

Auch die Londoner Niederlassung der Werbeagentur Leo Burnett wird jetzt mit ihrer Schwesteragentur zusammengelegt. Bruce Haines, Chef der britischen Niederlassung von Leo Burnett, hat alle Hände voll zu tun, die Fusion reibungslos über die Bühne zu bringen. Die meisten Kunden von D?Arcy werden auch der fusionierten Agentur die Treue halten. Einige haben sich wegen Interessenskonflikten noch nicht entschieden.

Doch Haines muss sich auch um die Mitarbeiter beider Agenturen kümmern: Einige Mitarbeiter von D?Arcy werden nach der Fusion andere Aufgaben übernehmen. Fest steht jetzt schon, dass der Executive Creative Director von D?Arcy, Nick Hastings, die Agentur verlässt. Dafür leitet der Creative Director von Leo Burnett, Nick Bell, nach der Fusion die Kreativ-Abteilung. Barry Cook, Managing Director bei D?Arcy, wird neuer Vorstand (Chairman) der Fusion und berichtet dann direkt an Haines.

Doch ganz ohne Entlassungen wird die Fusion nicht über die Bühne gehen. Haines hat allerdings im Vorfeld klargemacht, dass er das Management von D?Arcy schätzt und den Mitarbeitern größtes Vertrauen entgegenbringt. Bislang hält er die Pläne noch unter Verschluss, doch bis Mitte Dezember will Haines mehr zur künftigen personellen Besetzung sagen.

Auch in Deutschland soll bis Ende des Jahres klar sein, welche der 70 D?Arcy-Mitarbeiter bleiben werden. Kommende Woche steigt Eigler in die Verhandlungen mit dem Betriebsrat ein. Beide Agenturchefs müssen verhindern, dass die Leistungsträger abwandern, wie es bei anderen Agenturen vorgekommen ist.

Quelle: Handelsblatt

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