Werbeeinnahmen bei mehreren Töchtern bilanziert
SEC befürchtet bei AOL Doppelbuchungen

Die US-Börsenaufsicht SEC untersucht, ob der Medienkonzern AOL Time Warner Einnahmen aus einem Werbegeschäft mit Oxygen Media mehrfach in den Bilanzen seiner Töchter verbucht hat. Konkret geht es um die Töchter Time Warner Cable und America Online.

HB NEW YORK. AOL und Oxygen hatten im April 2001 vereinbart, das Frauen-Programm des Kabelfernsehsenders Oxygen ohne Eingangskosten in das AOL-System einzuspeisen. Im Gegenzug schaltete Oxygen Werbung für rund 100 Mill. $ bei AOL, vor allem bei der Tochter America Online. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen buchte AOL diese Werbeeinnahmen sowohl bei America Online als auch bei Time Warner Cable als Umsätze.

Diese Doppelbuchungen tauchen möglicherweise auch an anderen Stellen in den AOL-Büchern auf. Nach der Fusion von AOL und Time Warner 2001 haben interne Transaktionen zwischen einzelnen Tochterfirmen stark zugenommen und wurden offenbar häufig nach dieser Methode verbucht. Der neue Vorstandschef Richard Parsons soll sich den Informationen nach besorgt mehrere Werbeprojekte bei America Online angesehen haben. Auf diesen Bereich konzentrieren sich nun interne AOL-Buchhalter, die seit Monten parallel zur Börsenaufsicht und dem US-Justizministerium die AOL-Bilanzen untersuchen. Die Börsenaufsicht überprüft neben AOL auch andere US-Unternehmen und deren Buchungspraxis, um fest zu stellen, ob interne Transaktionen (Swap-Trades) in großem Umfang die Umsätze der US-Unternehmen aufgebläht haben.

Den Informationen zufolge ist nicht zu befürchten, dass das AOL-Konzernergebnis durch die Mehrfachbuchung bei den Töchtern zu gut dargestellt wurde, da diese bei der Konsolidierung der Spartenergebnisse eliminiert worden seien. Für Investoren ist dies allerdings nur ein schwacher Trost. Sie stützen sich gerade auf die aussagekräftigeren Ergebnisse einzelner Geschäftsbereiche. Im Fall AOL ist das Spartenergebnis von Time Warner Cable besonders wichtig, weil diese Tochter im kommenden Jahr an die Börse gebracht werden soll.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%