Werbeflaute und Besucherschwund
Disney leidet unter US-Anschlägen

Die Terroranschläge in den USA machen dem amerikanischen Unterhaltungs- und Medienkonzern Walt Disney schwer zu schaffen.

afp BURBANK. Durch die Folgen der Attentate vom 11. September werde sich der Betriebsgewinn im laufenden Quartal voraussichtlich gegenüber dem Vorjahr halbieren, kündigte das Unternehmen am Donnerstag (Ortszeit) im kalifornischen Burbank an. Schon im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2000/2001 (Juli bis Ende September) schmolz der Gewinn um 80 Prozent auf nur noch 63 Millionen Dollar (137,3 Mill. Mark / 70,2 Mill. Euro) zusammen. Hintergrund waren die konjunkturbedingte Flaute auf dem Werbemarkt und drastisch gesunkene Besucherzahlen in den Vergnügungsparks des Konzerns nach den Anschlägen im September.

"Das sind schwierige Zeiten für die amerikanische Wirtschaft", sagte Disney-Chef Michael Eisner mit Blick auf die Folgen der Terror-Anschläge. Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr stagnierte der Umsatz des Konzerns seinen Worten zufolge bei 25,3 Mrd. Dollar. Der Gewinn sank um zwei Prozent auf vier Milliarden Dollar.

Werbeeinnahmen geschmolzen

Verursacht wurde der Ergebnisrückgang vor allem durch das letzte Quartal von Juli bis Ende September. Bei den Medien-Töchtern besonders betroffen war etwa die US-TV-Kette ABC, die ihre Werbeeinnahmen in der Folge der Anschläge zusammenschmelzen sah. In den Freizeitparks - wie etwa Walt Disney World in Orlando im US-Bundesstaat Florida - macht sich die Furcht der Amerikaner vor neuen Anschlägen bemerkbar. Die Besucher blieben aus. Um Kosten zu sparen, hat Disney dort deshalb bereits die Öffnungszeiten verringert und einen Einstellungsstopp verhängt.

Die Filmstudios des Medienkonzerns mussten im abgelaufenen Quartal einen Verlust von 121 Mill. Dollar verbuchen. Grund waren zurückgehende Kinobesucherzahlen, aber auch die wegen der Anschläge verkündete Verschiebung des Katastrophenstreifens "Big Trouble" auf unbestimmte Zeit. Schleppend lief zuletzt auch der Verkauf von Fanartikeln vom Donald-Duck-T-Shirt über Plüsch-Micky-Mäuse bis zum Monopoly-Spiel mit Figuren wie Peter Pan, dem Elefanten Dumbo oder dem "Dschungelbuch"-Helden Mowgli. Der Umsatz ging im Zeitraum von Juli bis September um sechs Prozent auf 612 Mill. Dollar zurück.

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