Werbeholdings leiden im ersten Halbjahr unter schrumpfendem Geschäft
Publicis Groupe hofft auf Wachstumsschub nach BCom3-Kauf

Für die großen Werbeholdings geht es ans Eingemachte. Der weiterhin schrumpfende Werbemarkt drückt weiter auf das Wachstum und die Aussichten der Branche.

DÜSSELDORF. Der weltweit sechstgrößte Werbekonzern weist beim Ergebnis für die ersten sechs Monate im Vergleich zum Vorjahreszeitraum jedoch einen schmalen Zuwachs von 2 % auf 194 Mill. Euro (Ebitda) aus. Zur Publicis-Holding gehören die Agenturen Publicis Worldwide, Saatchi & Saatchi und die Media Zenith Optimedia Group. -Agentur Der Umsatz der Holding war im ersten Halbjahr beim Agentur- und Mediadienstleistungsgeschäft um 3,6 % gegenüber Vorjahr gefallen. Unter Berücksichtigung von Agenturkäufen und Einsparungsmaßnahmen hat Publicis im ersten Halbjahr beim Umsatz aber um 2,4 % auf 1,18 Mrd. Euro zugelegt. Die Rendite auf Basis des Ebit blieb für den Werbekonzern auf dem Vorjahresniveau von 13 %.

Lévy geht davon aus, auch im zweiten Halbjahr die Rendite des Vorjahres zu erzielen. "Wir bestätigen unser Ziel, im Jahr 2003 eine Rendite von 15 % zu erreichen", so Lévy. Bis dahin soll die Werbeholding BCom3 integriert werden. Am 20. September wird in Chicago die Entscheidung der Hauptversammlung von BCom3 über die Fusion der beiden Konzerne erwartet. Mit dem Kauf würde Publicis zur viertgrößten Werbeholding hinter Interpublic, Omnicom und WPP aufsteigen und eine Umsatzgröße von 4,5 Mill. Euro erreichen. Zu BCom3 zählen die Agenturen Leo Burnett Worldwide, D? Arcy Worldwide sowie die Media-Agentur Starcom Media Vest.

Die Fusion von Publicis und BCom3 sucht in der Branche ihresgleichen, denn nach Meinung von Analysten hat es bisher international noch keine Transaktion solcher Größe gegeben. Zwar sind mit dem Zusammenschluss von zwei großen Holdings auch Gefahren durch Kunden- und Mitarbeiter-Verluste verbunden. Zudem werden durch die Zusammenlegung der beiden Holdings Restrukturierungskosten entstehen. Der Deutsche-Bank-Werbeexperte Lyonel Francoy hält Publicis allerdings die Erfahrung aus dem letzten Kauf der Agenturgruppe Saatchi & Saatchi zu Gute. "Publicis hat bei der Integration von Saatchi & Saatchi sehr gute Arbeit geleistet", so Francoy.

Publicis konnte im ersten Halbjahr trotz schrumpfender Umsätze im klassischen Agenturgeschäft einen Ergebnis-Zuwachs erzielen, weil die Holding Kostensenkungsprogramme durchgeführt hat und in den ersten sechs Monaten weltweit weitere 400 Arbeitsplätze abgebaut hat. Schon im Jahr 2001 hatte Publicis weltweit 500 Stellen gestrichen.

Die für das erste Halbjahr ausgewiesenen Akquisitionen der japanischen Dialogmarketing-Agentur Gravitas und der amerikanischen Public Affairs Johnston & Associates-Agentur haben laut Analysten nur marginal zur Umsatzsteigerung beigetragen.

Der Aktienkurs kletterte nach Bekanntgabe der Zahlen an der Pariser Börse um zeitweise knapp 5 % auf über 22 Euro. Nach Bekanntgabe der Umsatzrückgänge im Agenturgeschäft Mitte August war der Kurs zunächst eingebrochen. Die Mehrzahl der Analysten empfehlen den Publicis-Titel derzeit zum Kauf.

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