Werbekrise hat heftige Auswirkungen
Eine Frau soll RAI aus der Krise führen

Eine Frau soll Italiens staatlichen Rundfunk RAI aus der Krise führen. Die 53 Jahre alte Journalistin Lucia Annunziata wurde am Donnerstagabend von den beiden Parlamentspräsidenten Pier Ferdinando Casini und Marcello Pera als neue RAI-Präsidentin designiert. Sie habe das Amt angenommen, sagte Annunziata.

HB/dpa ROM. Nur einen Tag zuvor hatte der zunächst designierte Journalist Paolo Mieli auf das prestigeträchtige Amt verzichtet, weil Regierungspolitiker einigen seiner Forderungen eine Absage erteilt hatten.

Unter anderem hatte Mieli verlangt, zwei als Kritiker von Ministerpräsident Silvio Berlusconi bekannte Journalisten wieder zu beschäftigen. Sie waren von der Ende Februar zurückgetretenen RAI- Führung entlassen worden.

Annunziata ist erst die zweite Frau, die die RAI leitet. Anders als Mieli war sie nicht von der Opposition für das Amt vorgeschlagen worden. Die anderen vier designierten Vorstandsmitglieder werden dem Mitte-Rechts-Regierungslager zugezählt.

Die neue RAI-Präsidentin war Auslandskorrespondentin mehrerer Zeitungen und Chefredakteurin der Tagesschau des Senders RAI3. Zuletzt leitete sie eine private Nachrichtenagentur. Die Ernennung des RAI-Vorstandes ist den Präsidenten von Abgeordnetenkammer und Senat vorbehalten.

Die RAI ist in den vergangenen Jahre in eine schwere Krise geschlittert. Sie hat Marktanteile und damit Werbeeinnahmen an die private Konkurrenz verloren. Die drei größten privaten Fernsehsender des Landes gehören Ministerpräsident Berlusconi. Kritiker werfen ihm deshalb vor, kein ernsthaftes Interesse an einer Stärkung der RAI zu haben.

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