Werbekrise schlägt durch
Koenig&Bauer rutscht in Verlustzone

Der weltweit drittgrößte Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer ist im ersten Quartal wegen der Werbe- und Zeitungskrise in die Verlustzone geraten. Die Probleme der für Druckmaschinenproduzenten wichtigsten Kundengruppe lassen bei den Würzburgern - wie bei anderen Unternehmen der Branche auch - die Umsätze wegbrechen.

Reuters WÜRZBURG. In den ersten drei Monaten sei ein Verlust vor Steuern von 3,5 Mill. ? aufgelaufen nach einem Gewinn von 3,1 Mill. ? vor Jahresfrist, teilte die im MDax notierte Gesellschaft am Donnerstag mit. Unter dem Strich sei ein Verlust von zwei (Vorjahr: plus 1,2) Mill. ? entstanden. Der Konzernumsatz sei um 19,5 % auf 241,2 Mill. ? eingebrochen. Der Auftragseingang schrumpfte bei Koenig & Bauer um 7,4 % auf 231,2 Mill. ?.

Das Unternehmen bekräftigte, im Gesamtjahr 2003 dennoch ein ausgeglichenes operatives Ergebnis zu erwirtschaften. Der Umsatz werde aber wohl zehn Prozent unter Vorjahr liegen.

Problembereich bleibe der Bereich Rollendruck- und Sondermaschinen, dessen Quartalsumsatz wegen der Krise auf dem Zeitungsmarkt auf 100 (Vorjahr: 155,8) Mill. ? zurückgegangen sei. Bei Bogenoffsetmaschinen sei dagegen mit einem Umsatz von 141,2 Mill. ? fast der Vorjahreswert (143,7 Mill. ?) erreicht worden.

Der Konzern kündigte einen weiteren Abbau von Arbeitsplätzen an. "Dabei sind neben betriebsbedingten Kündigungen auch Teilbetriebsschließungen oder die Schließung kleinerer Montagewerke möglich", hieß es. Konkrete Zahlen gebe es aber dazu noch nicht. Bis Ende März sank die Zahl der Mitarbeiter bereits um 284 auf 7331.

Auch andere Unternehmen der Branche spüren seit längerem die Konjunkturschwäche. Branchenprimus Heidelberger Druckmaschinen schrieb im Geschäftsjahr 2002/2003 (zum 31. März) erstmals in seiner 150-jährigen Firmengeschichte einen Konzernverlust. Die MAN-Druckmaschinentochter Roland verbuchte im ersten Quartal dieses Jahres einen Verlust vor Steuern von 27 Mill. ?.

Die Aktien von Koenig & Bauer fielen am Vormittag in einem stabilen Gesamtmarkt um 1,4 % auf 13,80 ?.

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