Werbeoffensive in Deutschland und den USA
Südfrankreichs Winzer setzen auf Qualität

dpa PARIS. In der erbitterten Konkurrenz auf dem internationalen Weinmarkt wollen die südfranzösischen Winzer nicht untergehen. Seit zehn Jahren setzen junge Weinbauern zwischen Nimes, Perpignan und Carcassonne auf gepflegten Roten, um eines Tages gegen stark auftrumpfende "neue Weinländer" aus dem südlichen Erdteil wie Chile, Australien oder Südafrika bestehen zu können. In dem Languedoc genannten Bogen am Mittelmeer hin zur französisch-spanischen Grenze hatten Winzer zu lange achselzuckend billigen Tafel- und Tischwein produziert. In Zeiten, in denen das Fass wegen gesunkener Nachfrage überzulaufen droht, ist ein nagelneues "Image der Qualität" gefragt.

Mit ansehnlichen Investitionen will eine Elite junger und ehrgeiziger Winzer erreichen, dass weltweit nicht nur von Bordeaux und Burgunder die Rede ist, wenn es um französischen Wein geht. Und im eigenen Land, vor allem in der verwöhnten Hauptstadt Paris, müssen sie auch noch einige Überzeugungsarbeit leisten. "Langsam machen wir uns auch in den Restaurants an der Seine bekannt", gibt sich Bernard Devic vom Verband der Languedoc-Winzer optimistisch. Die Steigerungen und die Urteile der Weinkenner geben ihm Rückenwind. Werbeoffensiven auch in Deutschland und auf dem schwierigen Wein-Markt USA sollen in diesem Jahr den Durchbruch bringen. Es geht um die Zukunftssicherung.

Mit 1,6 Mill. Hektolitern AOC-Qualitätswein konnte sich das Ergebnis des riesigen Reben-Meeres hinter der mediterranen Küste im Jahr 1999/2000 sehr wohl sehen lassen. Die erzielten Preise für den Hektoliter kletterten innerhalb der vergangenen drei Jahre von knapp 500 (150 DM) auf etwa 750 Franc an. Etwa 900 000 Hektoliter von den Languedoc-Weinen mit AOC-Herkunftsbezeichnung gehen ins Ausland. In zehn Jahren konnten die Winzer damit ihre Exporte nahezu verdoppeln. Doch die Konkurrenz rührt stärker denn je die Trend-Trommel und macht es der bisher wenig homogenen Weinregion schwer, den Stand zu halten.

Montpeyroux, Faugeres, Saint-Chinian und Carbades heißen unter anderen die von der Sonne des Mittelmeeres verwöhnten Weinberge, die eine große Zukunft haben könnten. Dort sorgen die Winzer dafür, dass die nicht so hochwertigen Rebsorten wie Carignan, einst beherrschend, nach und nach zurückgedrängt werden und so Syrah und Grenache Platz machen. Experten sprechen von einer spektakulären Umwälzung. "Zehn Jahre Arbeit beginnen sich jetzt auszuzahlen", lobte das französische Fachmagazin "La Revue du Vin de France" nach ausgiebigem Probieren von etwa 1 500 Languedoc-Weinen. Einige Weine könnten es inzwischen durchaus mit einem Bordeaux oder Burgunder aufnehmen, meinen Kenner.

"Wir müssen trotz unserer guten Ergebnisse wachsam bleiben", sagt Devic vom Winzerverband. "Es gibt nur wenige Winzer im Languedoc, die nur die hochwertigen Weine produzieren, und es ist schwer, alle unter einen Hut zu bringen." Er hat es aber geschafft, sie für eine Debatte über eine gemeinsame Strategie und Werbeoffensive an einen Tisch zu holen: "Wir stellen unsere Kampagne in das Zeichen des Mandelbaums, des Botschafters unserer Region zwischen Pyrenäen und Rhone-Mündung."

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