Werbezeitenverkauf läuft
Bundesliga beschert DSF Umsatzschub

Der Sportkanal profitiert von den Fußballrechten, die er sich für gesichert hat. Das Geschäft mit den Werbezeiten läuft gut an.

MÜNCHEN. Aufbruchstimmung beim Deutschen Sportfernsehen (DSF): Durch die Übertragung der Sonntagsspiele der Fußball-Bundesliga werden die Einnahmen stark steigen. "Wir werden dieses Jahr einen Umsatz zwischen 80 und 90 Millionen Euro einspielen", sagte der neue Senderchef Rainer Hüther dem Handelsblatt. Bisher war der gleichzeitig als EM.TV-Vorstand aktive Fernsehmanager von rund 70 Mill. Euro ausgegangen. Das DSF hat die Bundesliga-Rechte vor wenigen Wochen für elf Mill. Euro gekauft.

Der Werbezeitenverkauf für die neuen Sendungen ist offenbar gut angelaufen. "Wir stehen unmittelbar vor dem Abschluss mit Sponsoren für weitere Werbepakete und Sonderwerbeformen", sagt Marketingchef Thomas Deissenberger. Größter Sponsor ist die Deutsche Telekom mit einem Betrag von "sehr deutlich über 2 Mill. Euro", sagt Hüther. Derzeit kostet beim DSF ein 30-Sekunden-Spot etwa 18 600 Euro. Bei der ARD sind es 43 000 Euro. Das Erste berichtet von den Bundesliga-Begegnungen am Samstag.

Beim DSF ist nach der turbulenten Zeit während der Kirch-Pleite mit den neuen Eigentümern Optimismus eingekehrt. Hüther: "Alle Gesellschafter wollen langfristig dabei bleiben. Ziel ist es, eine vernünftige Umsatzrendite zu erwirtschaften." Im Mai kaufte der Handelskonzern Karstadt-Quelle zusammen mit dem Medienunternehmen EM.TV und dem Schweizer Investor Hans-Dieter Cleven den defizitären Kanal für rund 20 Mill. Euro von der insolventen Kirch Media.

Doch auch im zehnten Jahr seines Bestehens wird der in Ismaning bei München ansässige Sender rote Zahlen schreiben. "Der Verlust wird im unteren einstelligen Millionen- Bereich liegen", sagt Hüther. Im ersten Halbjahr erreichte das DSF in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen einen Marktanteil von 1,1 %, Konkurrent Eurosport liegt bei 0,8 %. 2004 will der Sender dann erstmals einen Gewinn erzielen.

Karstadt ist Deutschlands größter Sporthändler und verspricht sich durch die Beteiligung an DSF eine Belebung seiner Aktivitäten. EM.TV will sich mit dem Unternehmen ein Standbein außerhalb des Rechte- und Merchandisinggeschäfts aufbauen. EM.TV-Vorstand Hüther, der schon von 1997 bis Ende 1999 Chef von DSF war, sagt rückblickend: "Wir haben damals auf Grund der Konzernverbindungen und einer enormen Aufbruchstimmung im TV-Markt weniger auf die Kosten geschaut. Der Druck dazu war einfach nicht da." Das sei heute anders.

Nun müsse sich jede Sendung rechnen, betonen Hüther und sein Geschäftsführungskollege Deissenberger - früher Chef beim Konkurrenzsender Eurosport. Nach zweijähriger Abstinenz wird das DSF auch wieder auf der wichtigsten Branchenschau der TV-Industrie, der Telemesse, präsent sein. Die Veranstaltung beginnt morgen in Köln. Doch noch kann das DSF nicht sein ganzes Repertoire zeigen. Hüther: "Zusammen mit Karstadt wollen wir gemeinsame Formate und Angebote entwickeln. Mit den ersten Themen wollen wir im Spätherbst beginnen."

Die neue Geschäftsführung lässt keinen Zweifel daran, die Bundesliga dauerhaft am Sonntag zu übertragen. Die Option, den Vertrag mit der Deutschen Fußball-Liga über die laufende Saison hinaus um zwei Jahre zu verlängern, will der Sender auf alle Fälle wahrnehmen.

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