Werbung für Afghanistan
Strahlemann vom Hindukusch

"Ich glaube nicht", sagt Hamid Karsai, ganz Werbefachmann in Sachen des eigenen Landes, "dass Afghanistan ein riskanterer Platz zum Investieren ist als anderswo auf der Welt, wo noch richtig Geld verdient werden kann." Afghanistans Präsident weilt derzeit in Berlin - und umwirbt die deutsche Industrie.

BERLIN. Eigentlich ist es ganz einfach: "Geh das Risiko ein und mach Geld." So unternehmerisch ist die Welt des Hamid Karsai. Etwas Risiko und am Ende stünden "glücklichste Menschen".

Karsai selbst ("Kabinettssitzungen langweilen mich, weil immer alle reden wollen") ist auch glücklich. Jedenfalls als er das Fenster aufmacht und statt Staub und Bergen das Brandenburger Tor sieht. Denn Karsai ist momentan nicht in Kabul, seinem Dienstsitz am Hindukusch, sondern in Berlin, Unter den Linden, Hotel Adlon.

Hier nimmt Afghanistans Präsident seinen edlen grünen Umhang ab und setzt sich im dunklen Jackett in die kleine Runde geladener Gäste. Aber selbst in Berlin bleibt Karsais Leibwache für alle sichtbar, nur nicht so zahlreich wie in Kabul. Sein Anliegen, lächelt Karsai offen und einladend, sei das Werben von Investoren für seine durch drei Jahrzehnte Bürgerkrieg geschundene Heimat.

Und da fällt dann dieser Satz: "Geh das Risiko ein und mach Geld", wirft Karsai in den Raum. "Ich glaube nicht", so der Werbefachmann in Sachen des eigenen Landes, "dass Afghanistan ein riskanterer Platz zum Investieren ist als anderswo auf der Welt, wo noch richtig Geld verdient werden kann."

Als Beispiel fügt der afghanische Präsident gleich die Mobilfunker seines Landes an: Roshan heißt die Firma, die inzwischen schon 250 Mill. Dollar in den Aufbau eines Handynetzes am Hindukusch investiert habe und nun Marktführer sei "im am stärksten wachsenden Telekommunikationsmarkt der ganzen Region". Roshans Eigentümer seien wegen der inzwischen 2,2 Mill. Mobilfunk-Kunden nun "die glücklichsten Menschen". Roshan ist ein Gemeinschafts-Unternehmen der Stiftung des Aga Khan, der Monaco Telecom International sowie der US-Firma MCT.

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