Werbung im Internet
Interaktive Internet-Werbespots sind auf dem Vormarsch

Der Online-Werbevermarkter Ad Pepper ist nach eigenen Angaben das erste eropäische Unternehmen, das eine neue Form der Internet-Werbung anbietet. Wie das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf auf der Messe "Online-Marketing" mitteilte, seien sogenannte "Superstitials" eine Möglichkeit, interaktive Werbung zu hohen Preisen zu vermarkten.

Banner-Werbung in Form der sogenannten RON-Banner (Run of Network) würden in Zukunft nicht mehr so teuer verkauft werden. In der Branche werde es deutliche Preisnachlässe geben, sagte Ad-Pepper-Chef Joachim Rabe gegenüber handelsblatt.com. Die Aussage sei klar: Banner würden immer mehr zu einer hochstandardisierten Werbeform, die sich fast nur noch über den Preis verkaufen ließen.

Superstitials seien Internet-Werbespots mit der Möglichkeit zur Interaktion, erklärt Rabe. Wenn ein User eine Website öffne, werde im Hintergrund die Video-Animation geladen. Der User werde bei seinen Aktivitäten auf der Website aber nicht gestört. Denn sobald er einen Link zu einer neuen Seite aufrufe, werde das Laden der Superstitial-Datei unterbrochen und erst wieder fortgesetzt, wenn sich die Seite aufgebaut habe. Erst wenn sich der Internet-Nutzer zum Klick auf den Werbespot entscheide, erscheine ein Fenster, in dem die Animation von maximal 20 Sekunden Länge ablaufe. Inhalt eines Superstitials könne auch eine Grafik-Animation oder eine Sound-Datei sein.

Die Möglichkeit zur Interaktivität sei zentrales Element dieser neuen Internet-Werbeform. Der Nutzer könne in den Spot eingreifen, Verbindung zum Anbieter aufnehmen oder eine Bestellung aufgeben. "Diese Werbeform bietet eine phantastische Mischung aus sehr hoher Medialität und der Möglichkeit der Interaktion", sagte Rabe. Zudem könnten Superstials zu hohen Preisen verkauft werden, da man mit ihnen "einfach mehr machen könne".

Der Markt werde in Zukunft so aussehen, dass es RON-Banner zu Niedrigpreisen geben werde, die im Rahmen einer Reichweiten-Kampagne auch kurzfristig auf Webseiten geschaltet werden könnten, sagte Ad-Pepper-Sprecher Hans Ulrich Helzer. Bei dieser Form der Internet-Werbung beauftrage der Kunde den Werbevermarkter eine bestimmte Anzahl Banner zu schalten. Auf welchen Internet-Seiten die Werbung schließlich geschaltet wird, sei dem Vermarkter überlassen. "Ein Szenario könne so aussehen, dass ein Autohersteller zunächst mit Superstituals für ein neues Fahrzeug wirbt, um die Leute auf das Produkt heiß zu machen und den potentiellen Kunden die Möglichkeit zur Bestellung eines Kataloges zu bieten", so Helzer. Einen Tag bevor der Wagen auf den Markt kommt, werden die Superstituals von den Sites genommen und massenweise Banner geschaltet. Der Schlüssel liege in der Interaktivität dieser Online-Werbespots bzw. Animationen. Ein einfacher TV-Werbespot im Internet mache hingegen wenig Sinn, sagte Helzer.

Das in 14 Ländern vertretene Unternehmen plant den Börsengang. Nähere Angaben dazu wollte Ad Pepper nicht machen. Das Unternehmen sei operativ im Februar 1999 gegründet worden. Im Oktober 1998 habe man sich mit internationalen Kollegen zusammengesetzt, die Ad Pepper auf dem Reißbrett entworfen hätten, so Rabe. Ad Pepper sei dezentral organisiert. Die Mitarbeiter der Länderbüros hätten größtmögliche Freiheit, ihre Märkte zu erschließen. In Schweden müsse sich ein Unternehmen schließlich anders verhalten, als in Spanien, den USA, oder der Tükei. Deshalb werde das Peronal auch in den jeweiligen Ländern eingekauft. Ein Schwerpunkt des Unternehmens sei die Vermarktung von Online-Werbung für mittelgroße Websites, das nach Angaben von Ad Pepper derzeit am dynamischsten wachsende Segment im Internet.

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