Werder Bremen
Kommentar: Das Modell B

Werder Bremen könnte zu einem Modell für Deutschland werden. Der neue Fußballmeister liefert nämlich den Beweis, dass auch ein sparsam wirtschaftender Verein ohne riesiges Budget Erfolge erzielen kann.

Werder Bremen könnte zu einem Modell für Deutschland werden. Der neue Fußballmeister liefert nämlich den Beweis, dass auch ein sparsam wirtschaftender Verein ohne riesiges Budget Erfolge erzielen kann - mit Zielstrebigkeit. Denn vor allem damit haben die Bremer dem im Geld schwimmenden bisherigen Abonnementsmeister aus München den Titel abgetrotzt.

Der Fußball steht vor ähnlichen Problemen wie die Gesellschaft: Überall fehlt Geld, es muss neu überlegt und improvisiert werden. Im Gegensatz zu denen vieler anderer Vereine sind Werders Finanzen solide, Sorgen vor Überschuldung sind dem Verein fremd - ebenso wie fragwürdige Steuertricks. Man hat auf junge und "billige" Spieler gesetzt. Der Trainer bekam genug Zeit, daraus langsam ein Team zu formen. Der schnelle Erfolg stand nicht im Vordergrund, Stetigkeit heißt das Rezept.

Bremens Fußballer machen Mut: Es muss nicht immer die beste und teuerste Lösung sein, um sich aus einer wenig komfortablen Situation herauszumanövrieren. Für die Gewerkschaften heißt dies beispielsweise, dass die Welt nicht zusammenbrechen muss, wenn Löhne und Gehälter sinken oder wenn in bestimmten Branchen und Unternehmen wieder länger gearbeitet wird. Auch die Systeme der sozialen Sicherung werden nicht sofort lahm gelegt, wenn die Leistungsniveaus ein Stück zurückgeschraubt werden müssen.

Werder Bremen hat auf ein verändertes Umfeld mit viel Flexibilität reagiert. Und Flexibilität, gepaart mit Gelassenheit, könnte auch Deutschland wieder bessere Perspektiven eröffnen. Die hanseatischen Kicker waren auch einmal vom Abstieg bedroht und mussten wenig erfreuliche Zeiten überstehen. Gerade deshalb sollte das "Modell B" Vorbild für eine neues "Modell D" werden.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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