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Werder fühlt sich betrogen - 0:2 macht dennoch Mut

Am Morgen danach hatte sich der Ärger bei den Fußball-Profis von Werder Bremen sogar noch gesteigert. Der deutsche Meister fühlte sich nach dem verpatzten Champions-League-Auftakt gegen Inter Mailand beim zweiten Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Lubos Michel betrogen.

dpa MAILAND. Am Morgen danach hatte sich der Ärger bei den Fußball-Profis von Werder Bremen sogar noch gesteigert. Der deutsche Meister fühlte sich nach dem verpatzten Champions-League-Auftakt gegen Inter Mailand beim zweiten Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Lubos Michel betrogen.

"Das war ganz klar eine Attacke vor dem Strafraum", klagte Trainer Thomas Schaaf nach dem 0:2 ungewohnt heftig und meinte zur Leistung des Referees: "Da muss man ein bisschen an seiner Augenkraft zweifeln."

Schon in der Pause hatte der sonst so ruhige Schaaf sich beim slowakischen Schiedsrichter beschwert. "Ich habe ihn gebeten, Stellung zu beziehen", umschrieb der Werder-Coach seinen vergeblichen Protest. "Aber das wollte er wohl nicht." Nach der Partie unternahm er einen zweiten Versuch, aber erneut wich Michel aus. Der Referee hatte nach Frank Baumanns Attacke gegen Inter-Stürmer Adriano auf den Punkt gezeigt und damit das erste von zwei Toren des starken Brasilianers (34./89.) ermöglicht.

"Auch wenn man das ganze Spiel nicht am Elfmeter festmachen darf, war das sicher die entscheidende Szene", kritisierte Schaaf. Unzweifelhaft hatte Baumann seinen regelwidrigen Angriff vor der 16- Meter-Linie begonnen, doch zu Boden ging Adriano erst nach einem zweiten Nachhaken. "Da habe ich ihn gar nicht mehr richtig berührt", beteuerte Baumann.

Unstrittig war hingegen der durch Valerien Ismael verursachte Elfmeter in der fünften Minute, den der starke Werder-Keeper Andreas Reinke nach schwachem Schuss von Christian Vieri gehalten hatte. "Das war mein Fehler", gab Ismael zu, der nach der Notbremse gegen Adriano die Rote Karte sah. Ismael ist nun für das Valencia-Spiel gesperrt.

Doch die Bremer sprachen sich nach dem 0:2 auch Mut zu. Trotz der dritten Pflichtspiel-Niederlage hintereinander zogen sie aus ihrer Leistung Motivation für den nächsten internationalen Auftritt am 29. September gegen den FC Valencia. Die Werder-Verantwortlichen hoffen, dass die turbulente Partie in Mailand der Wendepunkt nach dem verstolperten Saisonstart war.

"Wir haben unser bisher bestes Saisonspiel gemacht. Wenn man sich 85 Minuten mit zehn Mann so wehrt, dann kann man darauf aufbauen. Es war ein Riesenschritt", meinte Manager Klaus Allofs. Trainer Schaaf stellte fest: "Wir haben Lehrgeld gezahlt, aber die Mannschaft hat gesehen, wie sie bestehen kann." Im Gegensatz zu den bisherigen Bundesliga-Spielen "haben die Mannschaftsteile wieder ineinander gegriffen und wir haben miteinander gespielt". Zudem war der bisher vermisste Kampfgeist wieder zu sehen. "Das bringt uns nach vorne", meinte auch Stürmer Miroslav Klose, der nach seiner Einwechselung kurz vor Schluss den möglichen Ausgleich vergeben hatte.

Allerdings fallen beim nächsten Bundesliga-Spiel am Samstag gegen Hannover 96 wahrscheinlich zwei Spieler aus. Angelos Charisteas zog sich eine schwere Ohrverletzung zu. Beim Europameister wurde in einem Mailänder Krankenhaus der Bruch eines Ohrknorpels festgestellt. Der Einsatz von Kapitän Baumann gegen "96" ist wegen einer Zerrung des Syndesmosebandes im rechten Unterschenkel definitiv nicht möglich. Im Gegenteil: Der 28-Jährige wird voraussichtlich zwei Wochen ausfallen. Das ergab eine eingehende Untersuchung in Bremen.

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