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Werder glänzt und holt Stuttgart wieder auf dem Boden

Mit Hacke und Köpfchen hat sich Meister Werder Bremen zurückgemeldet und den Titelträumen des VfB Stuttgart einen gewaltigen Dämpfer versetzt.

dpa STUTTGART. Mit Hacke und Köpfchen hat sich Meister Werder Bremen zurückgemeldet und den Titelträumen des VfB Stuttgart einen gewaltigen Dämpfer versetzt. "Wenn man auf die Tabelle schaut, weiß man: Das war unbedingt notwendig, um vorne dabei zu sein", freute sich Sportdirektor Klaus Allofs nach dem 2:1 (0:1)-Sieg im Bundesliga-Schlager .

Wie schockgefroren saß hingegen Matthias Sammer nach dem Abpfiff minutenlang auf der Trainerbank. Eiskalt hatten die Bremer vor 41 000 Zuschauern den VfB erwischt und innerhalb von nur vier Minuten den 0:1-Rückstand in eine Führung verwandelt.

Der Franzose Matthieu Delpierre hatte bei seinem Erstliga-Debüt die Schwaben per Kopf in Führung gebracht (45.+1), doch Nationalstürmer Miroslav Klose und der eingewechselte Paraguayer Nelson Valdez führten den VfB vor: Klose traf mit der Hacke (78.) und feierte sein siebtes Saisontor mit einem Salto. "Wenn ich den Ball stoppe, springt er weg. Wieso einfach, wenn's auch kompliziert geht", meinte er grinsend. Valdez glänzte mit einem herrlichen Kopfball- Treffer (81.), seinem dritten Jokertor in dieser Saison, und selbst sein Trainer Thomas Schaaf staunte: "Er hat Sprungfedern in den Schuhen."

Für das Nordderby gegen den Hamburger SV hat sich Werder als Tabellenvierter in Position gebracht. Ausgerechnet nach dem Platzverweis für Ludovic Magnin (66.) bliesen die Bremer zum Angriff. "Sehr schön, dass sich die Mannschaft für ihre tolle Leistung belohnt hat", meinte Schaaf. Sein Kollege Sammer ärgerte sich maßlos, dass seine Spieler die Partie noch aus der Hand gaben: "Wenn man das 1:1 kriegt, muss man wenigstens auf ein 1:1 und nicht auf ein 2:1 spielen." Nach der Roten Karte habe jeder seiner Profis fünf Prozent nachgelassen - "das war entscheidend".

Nach der zweiten Niederlage innerhalb von vier Tagen ist der VfB zwar noch Tabellenzweiter, doch die Ernüchterung war fast mit den Händen zu greifen. Vor allem Torjäger Cacau, der die Riesenchance zum 2:0 vergab, schlich schuldbewusst aus dem Stadion. "Wir fangen jetzt wieder bei Null an", bilanzierte Kapitän Zvonimir Soldo.

Mittelfeldspieler Horst Heldt, der nach einem Foul von Ümit Davala einen dicken Knöchel davontrug und bereits kurz nach der Pause der knüppelhart geführten Begegnung ausgewechselt werden musste, versprach: "Wir kommen da wieder raus. Die Bayern hatten auch ihre schlechte Phase. Ich glaube nicht, dass das eine Krise ist. Wegen zwei Spielen?"

Nationalspieler Philipp Lahm war noch in der vergangenen Woche felsenfest davon überzeugt, dass die Stuttgarter sich dieses Jahr im Gegensatz zum vergangenen Herbst keinen Einbruch leisten. "Wir sind stark. Das haben wir die ganze Saison bewiesen", beteuerte er vor dem nächsten Spitzenspiel beim FC Schalke 04. "Ich habe überhaupt keine Angst, dass es jetzt abwärts geht."

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