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Werder quält sich ins Viertelfinale - BVB scheidet aus

Titelverteidiger Werder Bremen kam beim 3:1-Zittersieg nach Verlängerung gegen Zweitligist Eintracht Trier mit dem Schrecken davon, während sich Dortmunds Chef-Etage nach dem Achtelfinal-Aus mit 0:1 bei Hannover 96 vorsorglich gegen einen neuerlichen Flächenbrand wappnete.

dpa HAMBURG. Titelverteidiger Werder Bremen kam beim 3:1-Zittersieg nach Verlängerung gegen Zweitligist Eintracht Trier mit dem Schrecken davon, während sich Dortmunds Chef-Etage nach dem Achtelfinal-Aus mit 0:1 bei Hannover 96 vorsorglich gegen einen neuerlichen Flächenbrand wappnete.

"Es war ein sehr wichtiges Spiel, aber wir dürfen jetzt nicht in Panik verfallen und die Lage dramatisieren", sagte der designierte Borussen-Präsident Reinhard Rauball, der Nachfolger von Gerd Niebaum werden soll. Als Trittbrett zurück zu den Fleischtöpfen des internationalen Fußballs wollte die hoch verschuldete Borussia den Pokal-Wettbewerb nutzen, und litt nach heißem Kampf Höllenqualen, denn der Auftritt vor der Saison-Rekordkulisse im neuen WM-Stadion in Hannover wurde im strömenden Regen zum Fehltritt. Nicht nur, weil Silvio Schröter in der 59. Minute der einzige Treffer des Spiels gelang, sondern auch, weil Ewerthon nach drei Chancen in Halbzeit eins in der 84. Minuten einen Strafstoß nicht verwerten konnte, der ebenso fragwürdig war, wie der von Thomas Christiansen drei Minuten zuvor auf der anderen Seite.

"Wir haben nur ein Ziel, und das ist Überleben", sagte Trainer Bert van Marwijk, der in der 72. Minute von Referee Franz-Xaver Wack auf die Tribüne geschickt worden war. "Thomas Rosicky und Guy Demel waren die Ausfälle Nummer 13 und 14. Das sind zu viele", klagte der Niederländer. Dem Team wollte auch Manager Meier keinen Vorwurf machen. "Die Einstellung hat gestimmt. Man muss den Baum deshalb nicht wieder anzünden." Fraglich, ob das die Mitglieder der Aktionärsversammlung auch so sehen.

Der Meister quälte sich mit dem zweiten Sturm ins 25. Pokal-Viertelfinale. Zu löschen gibt es bei Werder Bremen nichts, aber sauer war Thomas Schaaf nach der müden Vorstellung des Double-Gewinners trotzdem über die unnötige Strafarbeit. Dabei musste der Trainer eingestehen, dass sich sein Experiment, den Stammspielern Fabian Ernst, Miroslav Klose und Ivan Klasnic auf der Reservebank die "nötigen Verschnaufpausen" zu geben, als riskant erwiesen hatte. "Das hätte ungemütlich werden können", gab Sportdirektor Klaus Allofs zu.

Dass es dazu nicht kam, verdankte Werder Daniel Jensen, der in der 5. Minute das 1:0 geschossen und nach dem Ausgleich durch Antun Labak (57.) in der Verlängerung das vorentscheidende 2:1 (105.+1) erzielt hatte. "Man hat wieder gesehen, dass er schon sehr wertvoll für uns ist", lobte Schaaf den lange verletzten Dänen, nach dessen zweitem Treffer der eingewechselte Klasnic (120.+1) den Sack zu machte.

Spannend machten es auch die Amateure von Bayern München beim 3:2 im Duell der Regionalligisten gegen Eintracht Braunschweig. 3:0 führte das Team von Hermann Gerland nach Toren von Paolo Guerrero, dem drei Tage nach seinem ersten Profi-Tor ein Doppelpack (53./58. Minute) gelang, und Borut Semler (63.), als Patrick Bick (70.) und Daniel Graf (74.) die Partie noch zu drehen drohten. Eine klare Sache war dagegen das 4:0 von Arminia Bielefeld gegen den Zweitligist Karlsruher SC. Nach den Treffern von Ervin Skela (4./72.), Detlev Dammeier (50.) und Delron Buckley (55.) stehen die Ostwestfalen erstmals in ihrer 99-jährigen Geschichte im Viertelfinale.

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