Werder verzettelt sich zunehmend zwischen Bundesliga und Champions League
Überforderter Meister

Ein Sieg heute Abend gegen Inter Mailand und der SV Werder steht im Achtelfinale der Champions League. Klar ist aber auch: Die Bremer verzettelt sich zunehmend zwischen Bundesliga und Königsklasse. Das Team ist kein formstabiles Gebilde mehr. Die Gründe sind vielschichtig.

BREMEN. Es sah nicht gut aus, als der übereifrige Finne Pekka Lagerblom im Training seinem Kollegen Miroslav Klose ungelenk auf den linken Fuß plumpste. Der Nationalstürmer schaute nur genervt, dann humpelte er in die Kabine. "Zwecklos, ich hoppele höchstens noch wie ein angeschlagenes Pferd", sagte der Stürmer von Werder Bremen niedergeschlagen. Um sogleich für das vorentscheidende Heimspiel in der Champions League gegen Inter Mailand am heutigen Abend Entwarnung zu geben: "Da spiele ich auch mit einem Bein in Gips", versprach Miroslav Klose, Schmerzen hin oder her.

Die Aussage des derzeit stärksten Spielers ist bezeichnend für die Bremer Verfassung: Der Meister hinkt hinterher, vor allem in der Liga, "dem Grundnahrungsmittel", wie Vorstandschef Jürgen L. Born bemerkt. Die Bremer, die acht Punkte Rückstand auf Tabellenführer Bayern München haben, mussten in dieser Saison bereits fünf Niederlagen einstecken, eine mehr als in der gesamten vergangenen Spielzeit. Trainer Thomas Schaaf will nun "alles überprüfen", was in seinem Sprachgebrauch heißt: Es gibt personelle Konsequenzen.

Die grün-weißen Protagonisten sind einsichtig. "Wir spielen in der Bundesliga nicht zu 100 Prozent mit Leidenschaft", sagt Stürmer Nelson Valdez, "uns fehlen 10 bis 15 Prozent Leistung". Born gibt zu bedenken, dass sich die Mannschaft im DFB-Pokal und in der Champions League sehr wohl im Soll bewege. Aber "die Champions League kostet weniger Kraft als vielmehr Konzentration, die anderswo fehlt. Vielleicht sind drei Hochzeiten für uns im Moment zwei zu viel."

Seite 1:

Überforderter Meister

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%