Archiv
Werders „magisches Dreieck“ zaubert gegen Anderlecht

Nur ganz selten gerät Thomas Schaaf wirklich ins Schwärmen. Doch nach Werder Bremens Galavorstellung beim 5:1 (3:1) über den RSC Anderlecht in der Champions League gab es einen dieser raren Momente.

dpa BREMEN. Nur ganz selten gerät Thomas Schaaf wirklich ins Schwärmen. Doch nach Werder Bremens Galavorstellung beim 5:1 (3:1) über den RSC Anderlecht in der Champions League gab es einen dieser raren Momente.

"Die Tore waren einfach wunderbar", lobte der sonst verbal so nüchtern und sachlich agierende Trainer für seine Verhältnisse geradezu überschwänglich. Und er hob - auch das passiert nicht besonders häufig bei ihm - sogar einzelne Spieler heraus: "Wie Joe die beiden Treffer für Ivan und Miro aufgelegt hat, das war wunderbar." Grund dazu hatte Schaaf, denn Regisseur Micoud sowie die Spitzen Klasnic und Klose bilden nach Anlaufschwierigkeiten inzwischen ein "magisches Dreieck".

Schaaf war mit seiner Begeisterung über den Zauber-Fußball nicht allein. "Ich habe eine Gänsehaut", gestand Manager Klaus Allofs: "Die Mannschaft hat heute ein sensationelles Spiel abgeliefert." Vor allem dank des offensiven Traum-Trios spielte der deutsche Meister den Gast aus Belgien bei Treffern von Klasnic (2., 16., 79. Minute), Klose (33.) und Daniel Jensen (90.) in Grund und Boden und hat das Achtelfinale fast erreicht. Ein Sieg in drei Wochen gegen Inter Mailand oder ein Remis im letzten Gruppenspiel beim FC Valencia würde reichen.

Dass das Offensiv-Trio so prächtig wie in den vergangenen zwei Wochen aufspielt, ist nicht selbstverständlich. Denn bei jedem der drei Profis begann die Saison mit Problemen. Neuzugang Klose haderte zunächst mit sich selbst und den vergebenen Chancen, Micoud schmollte und Klasnic landete vor drei Wochen sogar auf der Bank. Doch nach und nach kamen sie in Topform und haben nun zusammen 22 Pflichtspiel-Tore erzielt - teilweise mit atemberaubenden Kombinationen.

Schaaf wäre nicht Schaaf, wenn er nicht sogleich wieder auf die Euphorie-Bremse getreten und bei der Kommentierung zur Normalform gefunden hätte: "Wir wissen, was wir an Klose und Klasnic haben, doch die beiden müssen auch gut bedient werden." Und insbesondere Klose und Klasnic schlossen sich dieser zurückhaltenden Betrachtungsweise an, während Valerien Ismael von "einem Traumspiel" und Christian Schulz von einem "Feuerwerk" sprachen.

"Wir ergänzen uns hervorragend, aber wir brauchen auch alle anderen", sagte Klose und wiederholte Schaafs Credo ebenso perfekt wie Klasnic, der nun insgesamt fünf Champions-League-Tore erzielt hat und sich dafür artig bei den Kollegen bedankte. "Ich freue mich über diese Tore, aber ohne die Mannschaft wäre das nicht möglich gewesen", sagte der Kroate. Nur einen kleinen Scherz erlaubte sich der ansonsten um Sachlichkeit bemühte Stürmer, als er nach der Führung in der Torschützenliste vor Weltstars wie Ruud van Nistelroy und Ronaldo gefragt wurde. "Darüber freue ich mich, wenn wir im Finale stehen", betonte er.

Wie groß das Selbstvertrauen der Bremer nach dem holprigen Saisonstart geworden ist, zeigte sich nicht nur nach dem Anschlusstreffer von Oleg Iachtschuk (30.), den sie unbeeindruckt wegsteckten. "Wie Inter spielt, ist uns egal", sagte Verteidiger Ismael zum 0:0 der bereits qualifizierten Mailänder gegen Valencia und fügte entschlossen an: "Wir machen selbst unseren Weg."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%