Werk in Leipzig wird Dienstag eröffnet
Porsche wagt sich auf schwierige Wegstrecke

Sportwagenbauer Porsche startet mit seinem ersten Geländewagen Cayenne zum Aufbruch in "völlig neue Dimensionen bei Absatz, Umsatz und Ertrag". Darauf hofft zumindest Vorstandschef Wendelin Wiedeking, der am Dienstagmittag im Beisein von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) im neuen Werk Leipzig das erste serienreife Mehrzweckfahrzeug der exklusiven Marke vom Band rollen lassen will.

ddp BERLIN/STUTTGART. Das Porsche-Werk am Rande Leipzigs mit 300 Mitarbeitern wird damit offiziell eröffnet. Mit der nunmehr dritten Baureihe will Porsche seine Verkäufe von derzeit rund 50 000 Sportwagen um mindestens 25 000 Autos pro Jahr steigern, bis 2004 möglicherweise sogar verdoppeln.

Branchenexperten sehen allerdings die Gefahr, dass die erfolgverwöhnte Sportwagenschmiede aus Stuttgart-Zuffenhausen durch das ebenfalls im Herbst dieses Jahres auf den Markt kommende VW-Schwestermodell Touareg mittelfristig in schwieriges Gelände kommen könnte. Das vermutet zum Beispiel Ferdinand Dudenhöffer, Chef des Center Automotiv Research an der Fachhochschule Gelsenkirchen. Denn der Geländewagen wurde aus Kostengründen zusammen mit VW entwickelt und sei von der Karosserie her weitgehend baugleich. Während Porsche den Cayenne aber getreu dem Markenimage mit Hochleistungs-Benzinmotoren ausrüstet, will VW seinen Touareg mit einem Zehn-Zylinder-Diesel auf den Markt bringen. Das soll noch bessere Geländeeigenschaften bei geringeren Tankkosten bringen.

Viertürer hat großen Kofferraum

Wiedeking spricht nicht zufällig von einer "großen Herausforderung", die der für elegante Flitzer gerühmte Konzern mit seinem Einstieg ins Gelände angeht. Denn der bis 450 PS starke Kletterer Cayenne ist nicht nur stattliche 4,80 Meter lang. Der Viertürer kommt auch mit viel Kofferraum (450 Liter) sowie mit wuchtigem serienmäßigem Allradantrieb und großen Reifen daher. Die dritte Baureihe nach 911er und Boxster soll beste Straßen-Fahrdynamik mit ausgezeichneten Geländeeigenschaften vereinen.

Beide Cayenne-Versionen - S und Turbo - werden auf dem Pariser Automobilsalon ab 28. September erstmals der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Das Branchenecho ist bislang einhellig positiv, obwohl der Cayenne "äußerlich kein reinrassiger Porsche" mehr ist, wie Dudenhöffer anmerkt. Wiedeking ist aber zuversichtlich, schon vom ersten Modell an "richtig Geld" zu verdienen: Über 100 000 "heiße Kundenanfragen" seien bereits eingegangen und die zunächst geplanten 25 000 Verkäufe pro Jahr damit "kein Problem", betonte er vor wenigen Tagen. Zudem habe Porsche die Anfangsinvestitionen schon voriges Jahr abgeschrieben, bekräftigte Wiedeking den Gewinnoptimismus. Indessen denkt er nach Medienberichten sogar über eine vierte Modellreihe nach. Ähnlich wie bei der Mercedes-Studie GST könnte es ein großer Crossover - ein sportlicher Luxustourer mit Allradantrieb - vor allem für freizeitorientierte Käufer auf dem Porsche-Hauptmarkt USA werden.

2003 wird Carrera GT in Leipzig gebaut

Der Sportwagenbauer hat in den Cayenne, das Leipziger Werk und die Motorenfertigung in Zuffenhausen 162 Millionen Euro investiert. Erst vorigen Monat teilte er mit, dass auch der Hochleistungssportwagen Carrera GT ab zweitem Halbjahr 2003 im Werk bei Leipzig gebaut wird.

Zunächst soll der Allradler den Autobauer auf dem Erfolgskurs voran bringen. Er rollt als Cayenne S mit 340 PS und Spitzentempo 242 sowie als 450 PS starker "Cayenne Turbo", der bis 266 Kilometer pro Stunde erreicht, vom Band. Der Cayenne S wird zum EU-Grundpreis von 51 900 Euro angeboten. In Deutschland sind es samt Mehrwertsteuer 60 204 Euro. In den USA, wo er in Serie mit einem Sechs-Gang-Automatikgetriebe Tiptronic S und einem Multifunktionslenkrad an den Start kommt, liegt der Grundpreis bei 55 900 Dollar. Für den technisch und im Komfort höherwertigen Turbo sind hier mit Mehrerwertsteuer 99 876 Euro fällig. Sein US-Grundpreis mit höherer Ausstattung ohne Steuer: 88 900 Dollar.

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