Werkschließung in Neustadt
Corning baut 2200 weitere Stellen ab

Der amerikanische Faseroptik-Spezialist Corning verschärft nach erneuten Verlusten seinen Sparkurs: Weitere 2200 Stellen fallen weg, mehrere Fabriken werden geschlossen, darunter auch eine in Neustadt bei Coburg.

HB/dpa CORNING. Eine Corning-Sprecherin konnte am Mittwoch zunächst nicht sagen, wie viele Beschäftigte in Neustadt von der Werkschließung betroffen sind. Es seien im faseroptischen Bereich in drei Werken jedoch insgesamt 900 Mitarbeiter betroffen, "davon die Mehrzahl in den USA", erklärte sie.

Die Schließungen sollen bis Anfang 2003 vollzogen werden. Corning, weltgrößter Hersteller faseroptischer Kabel, hatte bereits im Juli waren 4600 Stellen gestrichen worden.

Der Abbau der insgesamt 6800 Stellen in diesem Jahr werde die Bilanz mit 1,3 Mrd. Dollar (1,32 Mrd. Euro) vor Steuern belasten, hieß es. Corning hatte im Vorjahr bereits 12 000 Beschäftigte entlassen. Die Gesellschaft wird nach Beendigung der jüngsten Entlassungsrunde nur noch 23 500 Mitarbeiter haben.

"Diese Streichungen sind extrem schmerzhaft. Wir verlieren talentierte Leute, die wertvollen Beiträge bei Corning geleistet haben", erklärte Finanzchef James B. Flaw.

Corning hatte im dritten Quartal einen drastischen Umsatzrückgang auf 837 Millionen Dollar erlitten gegenüber 1,5 Mrd. Dollar im entsprechenden Vorjahresabschnitt. Es fiel ein Verlust von 260 Millionen Dollar an nach einem Minus von 220 Millionen Dollar im vorjahr. Der Verlust pro Aktie betrug 25 (15) Cent.

Die Gesellschaft musste in den ersten neun Monaten dieses Jahres ein Halbierung des Umsatzes auf 2,6 Milliarden Dollar verkraften. Der Verlust erreichte in dem Neunmonatsabschnitt 720 Millionen Dollar gegenüber 4,8 Milliarden Dollar in der entsprechenden Vorjahreszeit.

Corning geht für das vierte Quartal von einem Umsatz in Höhe von 775 Millionen Dollar bis 825 Millionen Dollar aus und von einem Verlust von acht Cent bis zwölf Cent je Aktie.

Allein die jüngsten Restrukturierungsaktionen sollen 550 Millionen Dollar bis 650 Millionen Dollar kosten. Jährlich sollen mindestens 165 Millionen Dollar Kosten eingespart werden. Die Gesellschaft verwies auf die andauernde Zurückhaltung der Telekommunikationskonzerne bei Investitionen. Das Unternehmen will im Jahr 2003 wieder in die Gewinnzone kommen.

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