Werner Wimmer, 64, ist Vorstandssprecher der Apo-Bank in Düsseldorf.: Wie fühlt man sich eigentlich, Herr Wimmer...

Werner Wimmer, 64, ist Vorstandssprecher der Apo-Bank in Düsseldorf.
Wie fühlt man sich eigentlich, Herr Wimmer...

wenn die ganze Branche Leute im großen Stil entlässt - und man selbst noch neue Mitarbeiter einstellt?

"Ich fühle mich gut. Das ist ja relativ einfach. Wir schwimmen als Bank jetzt gegen den Trend. Aber immer wenn ich heute neue Leute einstelle, beschleicht mich die Furcht: Wird es später nötig sein, diese Menschen wieder zu entlassen? Darüber diskutiere ich auch mit dem Betriebsrat. Auch wenn das vergangene Geschäftsjahr erfolgreich war und wir gewachsen sind durch relativ viele neue Klienten. Ich bin schon lange im Haus, seit 21 Jahren Vorstand und habe eine starke Bindung zu den Mitarbeitern.

Unsere Schularbeiten haben wir schon vor Jahren, Mitte der 90er Jahre, gemacht. Damals haben wir restrukturiert und unseren Zahlungsverkehr auf fünf Stellen in Deutschland konzentriert. Wir mussten zehn Prozent unseres Personal freisetzen und das war kein schönes Erlebnis. Es war richtig heftig. Aufhebungsverträge mit Leuten machen, die man schon Jahrzehnte kennt, das war nicht ohne. Die goldenen Jahre haben wir nicht miterlebt, weil wir keine IPOs mit bombigen Erträgen hatten. Doch die anderen haben mit denen auch nur ihre Schwachstellen überlagert. Wir sind nicht klüger oder besser als sie, aber wir haben eher angefangen, uns veränderten Bedingungen anzupassen. Ich habe böse Zeiten miterlebt, auch als wir Ende der 90er-Jahre Aufgaben outsourcten. Aber heute können wir nicht nur neue Leute einstellen, sondern vor allem unsere eigenen Mitarbeiter etwa auf den Vertrieb umschulen, damit sie bleiben können.



Die Frage stellte Claudia Tödtmann

*Die Apo-Bank ist spezialisiert auf Mediziner und Apotheker. Gegen den Branchentrend entlässt sie keine Mitarbeiter, sondern schafft neue Stellen.

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