Wert der Springer-Aktien bei 0,9 bis 1,1 Mrd. €
Tauziehen der deutschen Banken im Fall Kirch hält an

Das Tauziehen um die Rettung der Kirch-Gruppe hält an. Trotz der Interventionen der Bayerischen Landesbank, der Hypo-Vereinsbank, der DZ Bank und der Commerzbank, die sich zu einem Gläubigerpool zusammen geschlossen haben, wird nach Informationen des Handelsblatts weiter mit Hochdruck an der Verwertung des 25-Prozentigen Anteils von Kirch am spanischen Fernsehsender Telecinco gearbeitet.

rob FRANKFURT/M. Die Dresdner Bank hat sich bei der Verlängerung der Kreditengagements über rund 460 Mill. ? bei Kirch im Jahr 2001 ein erstrangiges Pfandrecht auf das Aktienpaket einräumen lassen, das im Dezember eingetragen worden ist. Ansonsten gibt es hier laut Bankkreisen keine weiteren nachrangigen Pfandrechte.

Um Bewegung in die derzeit festgefahrene Situation zu bringen, bietet die Dresdner Bank an, 9 % an Telecinco als Finanzinvestment zu übernehmen. Das würde den Weg für einen Verkauf frei machen. Denn Investoren hielten sich angesichts der unübersichtlichen rechtlichen Gemengelage mit Angeboten zurück, ist zu hören.

Fest stehen derzeit offensichtlich nur das Angebot von Silvio Berlusconi für 5 % und von Mediaset für weitere 11 %. Falls es zu einer Lösung zwischen den Gläubigerbanken kommen sollte, um Kirch weiter am Leben zu erhalten, wäre die Dresdner durchaus zu Zugeständnissen bereit, heißt es aus Kreisen der Bank. Beim späteren Verkauf des Finanzinvestments sei mit höheren Erlösen als derzeit erzielbar zu rechnen. Sie könnten bei einem dreistelligen Millionenbetrag liegen, betonen Beobachter.

Dieser Betrag könne bei einer Einigung mit den anderen Banken als Beitrag der Dresdner einfließen. Momentan liegt der Wert des Pakets nach der Schätzung von Experten bei 0,45 bis 0,55 Mrd. ?. Berlusconi hatte dafür vor einem halben Jahr noch rund 0,75 Mrd. ? geboten.

Zunächst werde man bei der Dresdner jedoch eigene Wege gehen, heißt es. Als Alternative könne man sich auch die gesamte Übernahme des 25-Prozentigen Telecinco-Pakets vorstellen. Im schlechtesten Fall werde das Institut vom Pfandrecht Gebrauch machen.

Bei der geplanten Übernahme des 40-Prozentigen Aktienpakets an Springer ist neben der Hypo-Vereinsbank im Zusammenspiel mit der Dresdner offensichtlich auch die Bayerische Landesbank als möglicher Partner der HVB im Gespräch. Nach den jüngsten Zahlen von Springer sei davon auszugehen, dass der Wert der Aktien zwischen 0,9 und 1,1 Mrd. ? liege. Von dem Erlös sollen Kirch 0,15 bis 0,25 Mrd. ? an Barmitteln direkt zufließen.

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