Wertberichtigungen in Milliardenhöhe
Börsenflaute drückt Ergo in die roten Zahlen

Der zur Münchener Rück gehörende zweitgrößte deutsche Erstversicherer Ergo erwartet 2002 auf Grund von Wertberichtigungen auf Aktienbestände einen hohen Fehlbetrag.

Reuters DÜSSELDORF. Trotz der erfreulichen Entwicklung im operativen Geschäft werde das Ergebnis durch die "extreme Situation an den Kapitalmärkten deutlich beeinträchtigt", sagte Vorstandschef Lothar Meyer am Donnerstag in Düsseldorf. Im Gesamtjahr werde der Fehlbetrag weiter ansteigen, nachdem bereits in den ersten neun Monaten durch Wertberichtigungen in Höhe von 2,9 Milliarden Euro vor Abschreibungen auf Goodwill, Steuern und Anteilen Dritter ein Verlust von 645 (Vorjahr plus 203) Millionen Euro angefallen sei.

Über die Höhe des erwarteten Verlustes könne aber wegen der Unsicherheit auf den Kapitalmärkten keine verlässliche Prognose abgegeben werden. 2001 hatte Ergo einen Überschuss von insgesamt 655 Millionen Euro erzielt.

Die gesamten Beitragseinnahmen stiegen in den ersten neun Monaten um 7,4 Prozent auf 11,0 (10,2) Milliarden Euro. Der Konzern habe ein "hervorragendes Beitragswachstum" aller Sparten erreicht, sagte Meyer. Im Gesamtjahr werde ein Plus von über sieben Prozent erwartet. 2001 lagen die Beitragseinnahmen bei 14 Milliarden Euro.

Bis Ende September verzeichnete Ergo bei den Lebensversicherungen in Deutschland ein Beitragsplus von 10,7 Prozent. Die öffentliche Diskussion um die Altersvorsorge beschere eine rege Nachfrage, so Meyer. Im zweitgrößten Segment, der privaten Krankenversicherung wuchs Ergo um 5,9 Prozent.

In der Schaden-/Unfallversicherung, die bei den Beitragseinnahmen um 5,4 Prozent zulegte, belasteten die Jahrhundertflut und Stürme. Die Kosten-Schaden-Quote, das Verhältnis der Schadenzahlungen und Verwaltungskosten zu den verdienten Prämien, stieg nach den Angaben mit 101,9 Prozent erstmals über 100 Prozent.

Wie auch bei zahlreichen anderen Lebensversicherern werden die Ergo-Konzerngesellschaften Victoria Leben und die Hamburg-Mannheimer ihre Überschussbeteiligung aufgrund der anhaltenden Flaute an den Kapitalmarkterträgen senken.

Die Hamburg-Mannheimer wird nach den Angaben ihre Gewinnbeteiligung auf 5,4 Prozent von zuvor 6,9 Prozent reduzieren. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Victoria angekündigt, die Überschussbeteiligung für die Versicherten auf 5,0 bis 5,2 Prozent von zuletzt 6,8 Prozent zurückzunehmen.

Der größte Lebensversicherer in Deutschland, die Allianz Leben , hatte am Mittwoch eine Absenkung der Gewinnbeteiligung auf 5,3 Prozent von 6,8 Prozent für ihre rund sieben Millionen Kunden angekündigt und damit ein Signal für die Branche gesetzt.

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