„Werte und Normen“ vorgeschrieben
Niedersachsen plant deutschsprachigen Islam-Unterricht

Zunächst solle an mehreren Schulen von August 2003 an der Religionsunterricht für Moslems erprobt werden, teilte die SPD-Landesregierung am Dienstag in Hannover mit.

rtr HANNOVER. Niedersachsen will nach Berlin als zweites Bundesland an staatlichen Schulen Islamunterricht ausschließlich in deutscher Sprache einführen. Die Zahl der moslemischen Kinder in Niedersachsen wird auf 45.000 geschätzt. Nach einem Beschluss der Ministerpräsidenten vom Dezember 2001 prüfen derzeit alle Bundesländer Möglichkeiten für Islamunterricht. Ausschließlich in deutscher Sprache wird Islamunterricht nach Angaben der Landesregierung bislang lediglich in Berlin erteilt. Bayern praktiziere moslemischen Religionsunterricht in türkischer Sprache, Nordrhein-Westfalen gemischt in Türkisch und Deutsch.

In Niedersachsen soll ein "Runder Tisch" aus Vertretern der verschiedenen moslemischen Glaubensrichtungen sowie der Schulbehörden, Hochschulen und der evangelischen und katholischen Kirche die Schulversuche vorbereiten. Es gehe darum, einen moslemischen Glaubenskonsens zu finden und einen Beirat für den Islamunterricht zu bilden. Das kürzlich von der SPD verabschiedete neue Landesschulgesetz schreibt ab August 2003 erstmals für moslemische Kinder die Teilnahme am Religionsunterricht oder alternativ am Schulfach "Werte und Normen" vor.

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