Wertentwicklungs-Analyse der Aktienfonds für deutsche Standardwerte
Bayer-Aktie steht auf der Liste der Favoriten

Nach ihrer überwiegend negativen Entwicklung im vergangenen Jahr haben die Aktienfonds für deutsche Standardwerte ihre Liquiditätsreserven wieder investiert. Die Fondsmanager favorisieren Werte wie Volkswagen, Adidas-Salomon und Commerzbank. Die besten Aussichten geben sie Bayer.

HB FRANKFURT/M. DWS-Fondsmanager Henning Gebhardt will im DWS Select-Invest an der Ausrichtung auf konjunktursensible Aktien festhalten. In den vergangenen zwölf Monaten per Ende April liegt der Fonds der zur Deutsche-Bank-Gruppe gehörenden Investmentgesellschaft dank eines moderaten Wertverlustes vom 6,02 % auf Platz drei unter 98 Aktienfonds mit Ausrichtung auf Standardwerte.

"Wir haben die aktuelle Marktschwäche genutzt und bei 4 800 Dax-Punkten unseren Barbestand abgebaut", sagt Gebhardt und nennt die Aktien von Lufthansa und Infineon, von der er erste Positionen aufgebaut habe. Inzwischen sei der DWS Select-Invest wieder nahezu voll investiert. Im vergangenen Jahr habe er zeitweise rund 20 % des Fondsvermögens in liquiden Mitteln geparkt.

Im Gegensatz zu anderen deutschen Aktienfonds der DWS setze er beim Select-Invest stärker auf die Einzeltitelauswahl und weiche auch deutlicher von seiner Benchmark, dem Dax 30, ab, betont Gebhardt. Das Portfolio sei mit 31 Titeln "sehr konzentriert". 23 seiner Aktien oder rund 90 % des Fondsvermögens stammten aus dem Dax, 7 % der Mittel seien in MDax-Werten, 4 % am Neuen Markt investiert. Top-Favorit sei hier die Aktie des Laserspezialisten Lambda Physik, die mit 2,5 % den Löwenanteil der Nemax-Titel ausmache. Das Unternehmen sei "grundsolide" und der Kurs stark zurückgekommen, erklärt Gebhardt.

Zu seinen Favoriten aus dem Dax zähle die Aktie des Leverkusener Chemieunternehmens Bayer, mit 7 % des Fondsvolumens einer der größten Einzeltitel. "Der Konzern hat Restrukturierungspotenzial und zudem eine zyklische Ausrichtung durch das Polymere-Geschäft", sagt Gebhardt. Zuletzt habe er die Positionen bei einem Kurs von 35 Euro aufgestockt. Zugekauft habe er auch die Aktie des Sportartikelherstellers Adidas-Salomon, die mit 4 % berücksichtigt sei. Er sehe die Aktie trotz der deutlichen Kurssteigerungen nach wie vor als günstiges Investment. Thyssen Krupp gefalle ihm ebenfalls. Im Gegenzug sind nach Darstellung des Fondsmanagers defensive Werte wie Versorgertitel untergewichtet. Auch gegenüber der Deutschen Telekom gibt er sich zurückhaltend. Die T-Aktie sei deutlich untergewichtet und bisweilen nicht im Portfolio enthalten gewesen.

Auf günstige Aktien zu setzen, ist für Hornblower-Fondsmanager Markus Stillger Programm: Er verantwortet die Investmentstrategie beim Hornblower Funds Max Value B, der mit einem Jahresverlust von 11,86 % Platz acht belegte und damit ebenfalls seinen Vergleichsindex, den Dax-100, hinter sich ließ. Neben der klassischen Substanzwertstrategie, auf unterbewertete Aktien zu setzen, sichert Stillger in der aktuellen Seitwärtsphase Wachstumswerte wie etwa Siemens (4,11%) und Deutsche Telekom (4,74%) über Optionen (so genannte Covered Calls) an der Eurex ab. Sein aktueller Favorit aus dem Dax ist die Volkswagen-Aktie, die er mit 7,39 % deutlich übergewichtet hat. Nach Auffassung Stillgers ist sie besonders günstig bewertet.

Höher als der Vergleichsindex ist der Hornblower-Fonds auch bei Bayer investiert (5,35%). Die Aktie habe unter dem Lipobay-Skandal stark gelitten, doch dies beeinflusse die positive Perspektive "nur unwesentlich". Aus dem Finanzsektor zählt der Hornblower-Manager die Commerzbank zu seinen Favoriten, "auch wegen der Übernahmephantasie". Auf dem aktuellen Kursniveau sei die Aktie "substanziell unterbewertet". Aus dem MDax, der mit rund 20 % des Fondsvermögens gewichtet ist, favorisiert der Manager K+S (ehemals Kali und Salz), Bilfinger Berger und IWKA.

Bis Jahresende ist Stillger für die Aktienmärkte optimistisch. Die Unternehmenszahlen für das zweite und dritte Quartal dürften 2001 deutlich schlechter gewesen sein als in diesem Jahr.

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