Wertentwicklungsanalyse amerikanischer Rentenfonds
US-Rentenfonds: Manager setzen auf Anleihen bester Qualität

Fondsmanager, die hauptsächlich in auf US-Dollar lautende Anleihen investieren, sind verunsichert. Nach dem verheerenden Anschlag in New York seien Prognosen zur US-Konjunktur nur schwer zu machen. Einige Experten glauben zudem, dass die größten Gewinne an den Rentenmärkten bereits gelaufen sind.

14.9.2001 HB/vwd/FRANKFURT/M. Anfang der Woche hat Adel Azmeh, Fondsmanager bei der Lloyds-Bank-Gruppe, noch geglaubt, dass sich Anfang des vierten Quartals 2001 die schwache US-Konjunktur leicht erholen werde. Doch auf Grund der schrecklichen Anschläge in den USA, die das Konsumentenvertrauen der US-Bürger - bislang die wichtigste Stütze der Wirtschaft - stark erschüttern würden, rechnet er nun damit, dass die Konjunkturerholung wohl erst im ersten Quartal 2002 kommen wird. In den vergangenen zwölf Monaten per Ende Juli erwirtschaftete Azmeh mit dem Lloyds TSB IP - US Dollar Bond Fund einen Wertzuwachs von 20,25 %. Damit belegt der Fonds Platz eins in der Performanceauswertung von US-Rentenfonds.

Doch die größten Gewinne an den Rentenmärkten seien wohl bereits gelaufen, meint der Fondsmanager. Angesichts dieser Einschätzung überlegt er, die Laufzeitenstruktur des Fonds, der ausschließlich in auf US-Dollar lautende Rententitel anlegt, in den kommenden drei bis sechs Monaten schrittweise zu verkürzen. Von dieser Absicht werde er jedoch wieder abgehen, wenn die US-Wirtschaft weiter schwach bleibt, betont Azmeh. Er räumt ein, dass die dramatischen Ereignisse vom Dienstag Konjunkturprognosen im Moment äußerst schwierig machten.

Für den Llodys TSB IP - US Dollar Bond Fonds kaufe er nur Anleihen sehr guter Qualität, also vor allem Staatstitel, Anleihen supranationaler Emittenten sowie Papiere von im öffentlichen Auftrag tätigen Institutionen, so genannte Agencies.

Unternehmensanleihen kaum zu finden

Unternehmensanleihen fänden sich also nur sehr selten im Portfolio, sagt Azmeh. Neben der Konzentration auf Qualität habe insbesondere die relativ lang ausgerichtete Laufzeitenstruktur des Portfolios in den zurückliegenden Monaten gut zur Fondsperformance beigetragen. Die Entscheidung dafür sei auf Grund einer schon frühzeitig negativen Einschätzung der US-Konjunktur getroffen worden. "Im November vergangenen Jahres, als der Markt noch von einer schnellen V-förmigen Erholung der US-Wirtschaft ausging, rechneten wir mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 %, dass es zu einer Rezession kommen würde", sagt Azmeh. Schon damals sei man dann deutlich positiver für die Renten- als für die Aktienmärkte gestimmt gewesen und habe sich entsprechend positioniert.

Der von Mark Trestour gemanagte Generalux USD investiert wie der Lloyds-Fonds ausschließlich in auf US-Dollar lautende Wertpapiere. Der Fonds der Banque Generale du Luxembourg erzielte in den vergangenen zwölf Monaten einen Wertzuwachs von 18, 92 % und belegt damit Rang sechs. Neben Staatstiteln, supranationalen Anleihen und Agencies-Bonds kauft Trestour auch Unternehmensanleihen mit "Investmentqualität", also mit AAA-Rating. Zuletzt favorisierte der Fondsmanager jedoch Titel von im öffentlichen Auftrag tätigen Institutionen wie Fannie Mae und Freddie Mac, die trotz ihrer ausgezeichneten Ratings einen Renditevorsprung gegenüber vergleichbaren Staatsanleihen aufweisen.

Die Fondsperformance habe in den vergangenen Monaten davon profitiert, sagt Trestour. Nachdem nun aber die Renditedifferenz zwischen den beiden Anleihesegmenten einerseits und Staatsanleihen andererseits auf historisch geringe Niveaus abgeschmolzen seien, denke er darüber nach, wieder verstärkt in amerikanische Staatsanleihen anzulegen. Seit kurz bevorzugt Trestour kürze Laufzeiten im Vergleich zu seinem Benchmark-Index. Das will der Fondsmanager beibehalten, bis deutliche Anzeichen dafür vorliegen, wie es mit der amerikanischen Konjunktur weiter geht.

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