Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds
Fondsmanager setzen auf neue Medikamente

Weil Biotechnologiewerte inzwischen wieder höher im Kurs stehen, hoffen Fondsmanager, die im Bereich Pharma und Biotech investieren, dass sich die zuletzt schwache Wertentwicklung umdreht.

HB/vwd FRANKFURT/M. Die Stimmung für Pharmawerte hat sich aufgehellt. Dies gilt vor allem für Unternehmen, bei denen auslaufenden Patenten ausreichend Produktzulassungen gegenüber stehen. Weil auch Biotechnologiewerte inzwischen wieder höher im Kurs stehen, hoffen Fondsmanager, die im Bereich Pharma und Biotech investieren, dass sich die zuletzt schwache Wertentwicklung umdreht.

Der DWS Pharma-Aktien Typ O beispielsweise verbuchte per Ende März einen Zwölfmonats-Wertverlust von 29,68 Prozent, lag damit aber noch auf Rang drei unter 103 Konkurrenten (Tabelle).

DWS-Fondsmanager Sebastian Virchow beobachtet seit sechs Monaten eine positive Entwicklung der Fundamentaldaten, die wieder zu positiven Ergebnissen der Gesundheitswerte geführt hätte. Mit einem schnellen Wachstum rechnet er langfristig jedoch nicht: "Die Kostenprobleme im Gesundheitswesen sowohl in den USA als auch in Europa haben zur Folge, dass die Medikamentenausgaben zurückgehen werden." Zudem stellten die zu erwartenden Patentabläufe eine Herausforderung für die großen Pharmakonzerne dar.

Zu den größten Positionen im Fonds zählten Pharmakonzerne mit einer breiten Produktpipeline und einer soliden Gewinnbasis. Als Beispiel nennt er den amerikanischen Anbieter Wyeth mit einem Gewicht von etwa sieben Prozent. Wyeth müsse nur einen geringen Druck aus der Generikaindustrie befürchten und verfüge durch Vertriebskooperationen, wie beispielsweise mit Amgen, über etablierte Absatzkanäle. Zuversichtlich zeigt sich der Manager auch mit Blick auf die Biotechunternehmen. Konzerne wie Amgen könnten zur Zeit positive Kursentwicklungen im zweistelligen Bereich vorweisen. Zwar habe er den Anteil der Biotechwerte auf etwa 15 % des Fondsvermögen reduziert, diese seien aber noch immer relativ übergewichtet.

Auf Rang fünf der Fondsrangliste rangiert der Robeco Health Care Equities (EUR) des niederländischen Investmenthauses Robeco mit einem Minus von 32,57 Prozent. "Für Investoren gewinnt der Gesundheitsmarkt an Attraktivität", urteilt Fondsmanager Bart Zeldenrust. Wichtig seien für ihn Produktzulassungen und-abläufe. Nachdem beispielsweise Merck die Patentprobleme im letzten Jahr gelöst habe und nun ein zweistelliges Gewinnwachstum erwarte, habe er den Aktienanteil des Titels auf fast acht Prozent erhöht. Dagegen erwarte er beim britischen Konzern Glaxo Smithkline Patentabläufe, so dass er die Gewinnaussichten des Unternehmens in den nächsten Jahren als schwierig bezeichnet. Entsprechend habe er die Position auf unter fünf Prozent gesenkt. Von der Amgen-Aktie, in die über vier Prozent des Fondsvermögens investiert sind, sei er hingegen überzeugt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%