Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds für den pazifischen Raum ohne Japan
Aberdeen will von teuren asiatischen High-Tech-Werten nichts wissen

Fondsmanager Hugh Young wird auf absehbare Zeit sein geplantes Investment in den Chip Taiwan Semiconductor ad-Hersteller acta legen müssen: Der Aktienkurs des Halbleiterherstellers verdoppelte sich seit Ende September und ist dem Manager der schottischen Fondsgesellschaft Aberdeen inzwischen zu teuer.

HB FRANKFURT/M. Auch von anderen Technologietiteln hielt sich der Fondsmanager fern. Deshalb konnte der Aberdeen Global Asia Pacific Fund an der starken Aufwärtsbewegung der asiatischen Aktienmärkte im Oktober mit plus 5,96 % nur unterdurchschnittlich partizipieren. In den vergangenen 12 Monaten kam der Verzicht auf die großkapitalisierten asiatischen Technologieunternehmen Young freilich zugute. In einem extrem schwachen Börsenumfeld konnte sich der von ihm verwaltete Fonds mit-15,87 % auf Rang sechs unter insgesamt 95 Aktienfonds für die Region Pazifik ohne Japan platzieren.

"Auch wenn man als Asien-Fondsmanager immer die volkswirtschaftliche Entwicklung im Auge haben muss, achten wir stark auf die einzelne Firma", betont Young. Im Zweifelsfall kaufe man sich auch bei schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein. Als Beispiel führt der Aberdeen-Manager sein einprozentiges Engagement in vier Unternehmen aus Sri Lanka auf: "Die Wirtschaft dort ist in einer absolut grauenhaften Verfassung, aber ich halte John Keells für exzellent geführt." John Keells sei ein Konglomerat aus Hotels, Transportunternehmen und Konsumgüter und zeichne sich durch sehr gute Bilanzen aus.

Angesichts der schnellen Kursavancen an den Aktienmärkten wähnt sich Young mit dem eher defensiv ausgerichteten Portfolio auf der sicheren Seite. In seiner Liste der größten Positionen stechen Aktien aus den Bereichen Konsum und Banken hervor. An erster Stelle steht allerdings ein anderer Aberdeen-Fonds: Knapp 5 % der Fondsmittel sind in den Aberdeen International India Opportunities investiert. Dies habe steuerliche Gründe und sei die günstigste Möglichkeit für Anleger, in Indien anzulegen.

Mit gut 4 % hoch gewichtet sei ebenfalls die Aktie des Groß- und Einzelhändlers Giordano International aus Hongkong. Das Unternehmen zeichne sich durch ein starkes Wachstum aus. Es folgten die Unternehmen Swire Pacific (Hongkong) und United Overseas Bank (Singapur), die "unglaublich günstig bewertet" seien. Vorerst meiden wolle er jedoch Technologietitel. Unter den zehn größten Engagements befinde sich mit Samsung Electronics nur ein Technologiewert.

Anteil an koreanischen Dividententitel schritweise erhöht

Auch Ezra Sun vom britischen Asset Manager Newton, der zum US-Finanzkonzern Mellon Global Investments gehört, war relativ erfolgreich. In den vergangenen 12 Monaten verlor der Newton-Fonds 17,81 % und liegt damit auf dem neunten Platz. Sun hat nach eigener Aussage im dritten Quartal den Anteil koreanischer Dividendentitel schrittweise auf die doppelte Quote des MSCI-Vergleichsindexes erhöht. Seiner Einschätzung zufolge werden koreanische Aktien von den beiden großen Trends profitieren, die er in den asiatischen Volkswirtschaften identifiziert habe: Unternehmen aus den Industrieländern gliederten zunehmend Produktion und Dienstleistungen aus. Zum anderen werde der private Konsum zunehmend anziehen.

Als Profiteure dieser beiden Trends sieht der Newton-Fondsmanager neben Technologieunternehmen, Konsumgüterherstellern auch die Finanzbranche. Die zunehmende Schwerpunktverlagerung der Banken auf private Kredite sei margenträchtiger als Firmenkredite. Gut gefalle ihm beispielsweise die größte Bank in Korea Kookmin Bank, die inzwischen eine Eigenkapitalrendite von 24 % aufweise. Auch die Größte Position im Portfolio, Shinsegae, stamme aus Korea und sei mit über 3 % berücksichtigt. "Shinsegae ist die Antwort Koreas auf Wall Mart", lobt der Experte. Neben einer gesunden Finanzlage sei die Aktie des Konzerns, der jährlich zwischen 30 und 40 % wachse, mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von sechs bis sieben günstig bewertet sei.

In China setzt Sun nach seiner Darstellung lieber auf kleinere Unternehmen aus dem privaten Sektor. "Diese Firmen haben wegen der klaren Profitausrichtung ein riesiges Potenzial", lobt er. Gut gefalle ihm etwa der Gaslieferant Wah Sang Gas, der von der massiven Urbanisierung in China profitiere.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%