Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds für den pazifischen Raum ohne Japan
Carlson bleibt Chinas Börse trotz Kursturbulenzen treu

Pazifikfonds: Anna Ho will am recht hohen China-Anteil von 30 % im Carlson Fund Equity-Asian Small Cap vorerst nicht rütteln - trotz der zuletzt schweren Kursstürze.

FRANKFURT/M. Die Fondsmanagerin der zur schwedischen Vermögensverwaltungsgesellschaft Skandia gehörigen Investmenteinheit Carlson schlägt sich bisher vergleichsweise erfolgreich. Das von ihr gemanagte Produkt liegt dank eines geringen Zwölfmonats-Wertverlusts per Ende August von 6,44 % noch auf dem ersten Platz unter 91 Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Pazifischer Raum ohne Japan.

Gasaktie zählt zu den größten Favoriten

Ho zufolge bleibt der chinesische Markt im Umfeld einer zu erwartenden weltweiten Konjunkturverlangsamung nach den Terroranschlägen ein relativ sicherer Hafen. Das gelte aber nicht für die Export orientierten asiatischen Volkswirtschaften. Ho räumt jedoch ein: "Die hohe Gewichtung in China hat uns im Juli und August sehr weh getan." Der chinesische Aktienmarkt sei nach einer langen Haussephase sehr heiß gelaufen. Als die Stimmung an den Aktienmärkten zunehmend schlechter wurde, hätten viele ausländische institutionelle Anleger Gewinne mitgenommen.

Sie setze bei der Aktienauswahl vor allem auf den Aufschwung des privaten Wirtschaftsektors. Zu den Favoriten zähle der Gaslieferant Wah Sang Gas, der sich auf die Lieferung von Natur- und Flüssiggas spezialisiert und zuletzt langfristige Lieferverträge mit einigen chinesischen Städten abgeschlossen habe. Der Titel ist laut Ho mit einem Depotanteil von 8 % die Topposition im Carlson-Fonds. Auch Euro-Asia Agriculture und China Rare Earth mit jeweils rund 6 % seien wichtige Positionen.

Von 23 % auf 20 % reduziert habe sie dagegen die Anteile australischer Unternehmen. Viele der dortigen Aktien seien jetzt zu teuer. Zudem gehörten zwei der Kernpositionen des Fonds, der Energiekonzern Renewable Energy und der Spezialist für Bohrtechnologien Brandrill, nach schweren Kursverlusten im August nicht mehr zu den größten Positionen. Eine höhere Gewichtung von Aktien aus den stark exportorientierten Staaten Asiens, wie etwa Taiwan und Südkorea, mache sie von der Erholung der Weltwirtschaft abhängig. Sollte sich die Erholung der US-Wirtschaft noch vor dem ersten Quartal 2002 abzeichnen, könne man verstärkt in die südostasiatischen Tigerstaaten investieren.

Kurzfristig offensiver ist dagegen Fondsmanager Guido Stiel von der Deka im DekaLux-Pazifik. Er erwarte nach den starken Kurseinbußen eine typische Zwischenerholung und habe entsprechend Terminmarktkontrakte auf die großen Indizes in Hongkong, Singapur, Taiwan und Korea erworben. Der Vorteil: Damit werde er am kurzfristigen Aufwärtspotenzial in den Tigermärkten, das er auf bis zu 20 % schätzt, voll teilnehmen - bei geringen Kosten im Vergleich zu Anlagen in Einzelaktien.

Eine solche Entwicklung täte dem DekaLux-Pazifik gut: Das Produkt der Investmentgesellschaft der Sparkassenorganisation brach im Zwölfmonatsvergleich um 41,18 % ein. Das bringt den Fonds auf Rang 87.

"Wir waren Anfang des Jahres zu pessimistisch eingestellt und hatten deshalb Aktien aus Taiwan und Korea untergewichtet", räumt Stiel ein. Was für das vergangene Jahr richtig war, habe sich in diesem Jahr jedoch als zu vorsichtig erwiesen. Auch hätten sich die kleineren Märkte Malaysia, Indien, die Philippinen und Thailand, in denen er untergewichtet gewesen sei, besser als erwartet entwickelt.

Defensive Werte mit größerem Gewicht Inzwischen erhalte die Risikominimierung stärkeres Gewicht. Daher seien Aktien aus defensiven Sektoren, wie Versorger und Handelsunternehmen, aber auch Telekomtitel derzeit stärker berücksichtigt. Unter den wichtigsten Aktien befänden sich etwa China LT + Power mit einem Anteil von fast 3 % am Fondsvermögen sowie Hongkong & China Gas mit deutlich über 2 %.

Im Verhältnis zum Vergleichsindex neutral gewichtet sei er beim Mobilfunkkonzern China Mobile mit 4 %. "Die große Wachstumsphantasie ist zwar raus, aber das Unternehmen generiert Cash und ist nicht verschuldet", lobt Stiel.

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