Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds für deutsche Small Caps
Fonds für Nebenwerte verfügen nicht über das nötige Anlagevolumen

Die deutschen Aktienfonds für Nebenwerte kämpfen mit fallenden Börsenkursen und sehr geringen Volumina.

HB/vwd FRANKFURT/M. Der Nebenwertefonds MPC Small Caps des Hamburger Finanzdienstleisters MPC, der ein Beratungsmandat des Investmenthauses Lupus Alpha hat, kommt beispielsweise auf 2 Mill. - laut Experten ist ein Fondsvolumen von mindestens 15 Mill. nötig, um einen Fonds profitabel zu betreiben. Mit einer Werteinbuße von 22,74 % im Zwölfmonats-Vergleich erreicht der Fonds per Ende Oktober Rang zehn unter 31 Konkurrenten. Die Performance der deutschen Nebenwertefonds spiegelt weiterhin eine Zwei-Klassen-Gesellschaft wider. Vergleichsweise am besten schneiden Produkte ab, die sich auf die zweite und dritte Börsenbundesliga MDax und Smax konzentrieren. Weit abgeschlagen rangieren Neuer-Markt-Fonds.

Fondsmanagerin Gabriele Schernikau orientiert sich beim MPC Small Caps nach eigenen Angaben am Index Smax All Share. "Ich versuche, mich neu zu positionieren und die bis Anfang nächsten Jahres geplante Neusegmentierung, die den Smax nicht mehr berechnet, vorwegzunehmen", sagt sie. Schernikau versucht zu antizipieren, welche Aktien eine größere Bedeutung in den neuen Indizes gewinnen werden. Ihre Kandidaten nennt sie allerdings nicht.

Generell schätze Schernikau an den Nebenwerten in Deutschland vor allem, dass diese von vielen Investoren bislang kaum beachtet werden. Einen ihrer drei Favoriten wird es demnächst nicht mehr an der Börse geben. Denn die amerikanische Investorengruppe Carlyle hat kürzlich den Automobil-Zulieferer Edscha übernommen. Zu den weiteren Favoriten der Fondsmanagerin zählen der Fotodienstleister CeWe Color und Fuchs Petrolub. CeWe sei im Bereich digitale Fotographie auf dem richtigen Weg und mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von acht sehr günstig bewertet. Zudem erwartet Schernikau eine weitere Dividendenerhöhung.

Doch große Hoffnungen auf schnelle Gewinne macht Schernikau den Anlegern nicht. "Sobald sich die allgemeine Stimmung für Aktien wieder verbessert, werden Anleger zuerst die liquideren Standardwerte kaufen", sagt die Fondsmanagerin.

Mit einer Werteinbuße von 51,95 % in den vergangen zwölf Monaten belegt der Postbank Dynamik Neuer Markt Rang 27. Verantwortlicher Fondsmanager ist seit Jahresbeginn Reiner Pfeifferling. Seine Favoriten nennt der Fondsmanager nicht, "damit mir dies nicht als Empfehlung ausgelegt werden kann".

Nach seinen Angaben sind 95 % von rund 36 Mill. Fondsvermögen derzeit investiert, der Rest ist Barreserve. Nach eigenen Aussagen hat Pfeifferling Biotech-Unternehmen gegenwärtig untergewichtet. "Fast alle Firmen arbeiten noch nicht profitabel und leider unter den heruntergefahrenen Forschungsbudgets der Pharmafirmen. Außerdem sind zu wenige neue Medikamente in der Pipeline", sagt er. Die momentan im Fonds am stärksten gewichteten Unternehmen sind der Aldi-Zulieferer Medion, der Logistiker Microlog, der nach der Übernahme durch Thiel früher oder später vom Kurszettel verschwinden dürfte, und Grenkeleasing, die auf das Verleihen von IT-Ausrüstungen an Mittelständler spezialisiert sind.

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