Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds für deutsche Standardwerte
Warburg Invest setzt wieder voll auf den Dax

Die Frage, welche Aktie man in seinen Fonds aufnimmt und welche nicht, stellt sich für den Fondsprofi Rudy Pomper nicht. Denn der von ihm betreute MMWI-Daxtrend bildet den Deutschen Aktienindex Dax weitestgehend ab. Nichtsdestotrotz wird dieses Produkt aus dem Hause Warburg Invest, der Fondsgesellschaft der Bank M. M. Warburg, aktiv verwaltet; nicht hinsichtlich der Zusammensetzung des Portfolios, sondern über den Investitionsgrad. Mit einem Verlust von 17,57 Prozent im Zwölf-Monatsrückblick per Ende Oktober erreicht er den dritten Platz unter 96 Aktienfonds für deutsche Standardwerte.

HB/vwd FRANKFURT/M. Ziel des Fonds sei es, an den Aufwärtsbewegungen des Dax teilzuhaben und gleichzeitig das Risiko beim fallenden Index zu reduzieren, sagt der Geschäftsführer von Warburg Invest, Pomper. Dabei unterstütze ihn ein auf ein Trendfolgemodell basierendes Computersystem.

Die besten Ergebnisse erzielt der Fonds nach Angaben von Pomper bei klaren Börsentrends, da das ausgeklügelte Computermodell dann eindeutige markttechnische Signale erhalte. In Phasen einer Seitwärtsbewegung der Märkte dagegen schwanke das Modell zwischen Kauf- und Verkaufsindikatoren, was Performancepunkte kosten könnte.

Auch bei abrupten Börsenbewegungen fehle dem Modell für kurze Zeit die Orientierung, meint der Geschäftsführer. Wie kurz diese Zeit ist, macht der Börsenabsturz nach dem 11. September deutlich. Bereits am 21. September habe der Computer Kaufsignale gesendet - seitdem habe sich der Investitionsgrad des Fonds schrittweise von rund 60 Prozent auf inzwischen 100 Prozent erhöht.

Die zehn größten Einzelpositionen des Fonds lesen sich der indexorientierten Anlagestrategie entsprechend wie das Who is Who des Dax. Es sind Allianz, Deutsche Telekom, Münchener Rück, Eon, Siemens, Daimler-Chrysler, Deutsche Bank, SAP, RWE und Bayer.

Fondsmanager Hans-Georg Sprenger ist voll investiert

Auch Fondsmanager Hans-Georg Sprenger ist beim HIS Aktien Deutschland zurzeit voll investiert. Das Produkt der Helaba Investment, eine Tochter der Hessischen Landesbank, musste im Zwölf-Monatsrückblick einen Verlust von 30,17 Prozent hinnehmen. Dies bedeutet den zehnten Rang in der Performanceliste der 96 Aktienfonds.

Den hohen Investitionsgrad begründet Sprenger mit seiner eher optimistischen Sicht für die nahe Börsenzukunft. Als Argumente dafür nennt er die hohe Liquidität am Markt, die darauf brenne, investiert zu werden. Auch die Marktpsychologie dürfte eine positive Rolle spielen, nachdem die Schallmauer von 5 000 Punkten beim Dax überwunden sei, ist er sicher.

Aber auch für die Konjunktur sieht Sprenger nicht gänzlich schwarz. Die Zinssenkungen würden ihre Wirkung zeigen. Mit ersten Silberstreifen am Horizont rechne er im zweiten Halbjahr 2002, sagt der Fondsmanager von Helaba Investment.

Besondere Favoriten des Fondsstrategen sind Deutsche Telekom und SAP, die mit knapp zehn Prozent und acht Prozent des Fondsvolumens zu Buche schlagen. Für den Telekomriesen sähe die Zukunft auf Grund steigender Marktanteile besser aus, vermutet Sprenger. Zugleich seien alle negativen Aspekte des Konzerns, wie die hohe Verschuldung, in den Kursen enthalten.

Die klar übergewichtete SAP-Aktie überzeugt den Aktienexperten durch ihre viel versprechenden neuen Produkte und ihre - wenn auch reduzierten - Wachstumsaussichten, die das hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) rechtfertigen. Auch die Schwäche vieler Wettbewerber dürfte die Walldorfer Softwareschmiede zu ihrem Vorteil nutzen, glaubt Sprenger. Zu seinen größten Einzelpositionen zählt der Fondsmanager auch die leicht untergewichtete Allianz mit 8,5 Prozent, Münchener Rück mit sechs Prozent und Siemens mit sieben Prozent. Besonders angetan ist er vom Automobilkonzern BMW, dessen Aktie mit fünf Prozent im Fonds zu Buche schlägt.

Die Wachstumsprognosen des bayerischen Automobilbauers bleiben gut, vor allem im wichtigen US-amerikanischen Markt, ist Sprenger überzeugt.

Einen positiven Schub dürften auch die nun anstehenden Markteinführungen der 5er- und 7er-Reihen geben. Auch der Bereich Chemie/Pharma mit Bayer und BASF und vor allem die in der Krebs- und Diabetesforschung starke Merck gefallen dem Fondsstrategen. Das mit zwei Prozent gewichtete Darmstädter Pharmaunternehmen aus dem Marktsegment des MDax habe viele interessante und viel versprechende Produkte in der Pipeline, begründet er seine Kaufentscheidung. Außerdem sei es mit einem KGV von 18 zu niedrig bewertet.

Rund 15 Prozent des Fondsvolumens hat Sprenger in das Marktsegment MDax investiert. Risikostreuung und Ergänzung zum Dax sind hierbei seine Motive. So haben es ihm beispielsweise auch das Textilhaus Hugo Boss mit 1,5 Prozent Gewichtung angetan und der Heizungsspezialist Buderus mit zwei Prozent. Untergewichtet hat Sprenger dagegen die an relativer Attraktivität verlierenden Versorger und die schwierigen Zeiten entgegen blickenden Banken.

Seiner eher zuversichtlichen Konjunktureinschätzung entsprechend ist er beim zyklischen Konsum bei Boss mit 1,5 Prozent, Adidas mit 1,6 Prozent und Preussag mit 2,3 Prozent übergewichtet, ebenso wie bei den Industriewerten Thyssen mit 1,5 Prozent und Infineon mit 2,2 Prozent.

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