Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds für Euroland
Fondsmanager haben ein starkes Auge auf fundamentale Daten

Nach den Kurseinbrüchen der vergangenen Zeit spielen Unternehmenszahlen bei der Aktienauswahl eine starkte Rolle. So schauen auch die Fonds JB Multistock Value Stock Fund-Euroland B und Berenberg-Universal-Euro-Fonds genau hin.

HB FRANKFURT/M. Während viele Fondsmanager im derzeitigen volatilen Börsenumfeld Kassenpositionen aufgebaut haben, hat Fondsmanager Jens Troll die Gelder des JB Multistock Value Stock Fund-Euroland B nahezu voll investiert. Das Produkt der Julius eine Tochter des Schweizer Bankhauses Julius Bär, verlor in den vergangenen zwölf Monaten per Ende August zwar 15,74 %, liegt damit aber immerhin auf Platz zwei in der Kategorie Euroland-Aktienfonds, die insgesamt 70 Fonds beinhaltet.

"Ich denke, das viel von den negativen Konjunkturszenarien im Preis enthalten ist und eine Stabilisierung der Kursbewegung erreicht wurde", sagt Troll. Er gehe in den kommenden Monaten von einer Seitwärtsbewegung an den europäischen Börsen aus. Entscheidend sind für ihn bei der Titelauswahl fundamentale Daten wie Kurs-Buch-Verhältnis, Kurs-Cashflow-Verhältnis oder Kurs-Gewinn-Verhältnis. "Wir haben keine speziellen Absicherungsstrategien, sondern versuchen, Verluste zu begrenzen, indem wir den Fonds im Vergleich zum Gesamtmarkt defensiver ausrichten", sagt Troll.

Auf Grund der Einzeltitelauswahl ist der Fonds derzeit im Vergleich zum Referenzindex Euro Stoxx in den Branchen Investitionsgüter, Bau, Chemie und Automobile übergewichtet. Untergewichtet seien Energiewerte, Banken, Gesundheitswesen, Telekommunikation und Versorger. "Bankentitel sind mit 11% im Depot, während die Benchmark 17% aufweist", berichtet der Fondsmanager. Er rechne nur mit einem moderaten Konjunkturaufschwung, daher sei das Risiko weiterer Kreditausfälle gegeben.

Troll setzt nicht nur auf Large Caps, sondern darf auch mittelgroße Werte in das Fondsportfolio legen. "Ich mische solche Titel jedoch nur bei, wenn sie über genügend Liquidität verfügen", betont der Fondsmanager. Als Beispiel nennt er den Heiztechnik-Spezialist Buderus (3,3%) und die IKB Deutsche Industriebank (2,8%).

Berenberg-Universal-Euro: Blick auf Renditen

Thomas Schomaker schätzt die Aussichten für eine Konjunkturerholung als gut ein, wenn es bei dem Irak-Konflikt zu einer politischen Lösung kommt. Schomaker von der Joh. Berenberg, Gossler & Co. Berenberg Bank berät den Berenberg-Universal-Euro Aktien von Universal Investment, der per Ende August in den vergangenen zwölf Monaten 22,03 % verloren hat. Damit liegt der Fonds auf Platz zehn in der Tabelle.

Rund 90 % des Fondsvolumens sind laut Schomaker derzeit in Large Caps investiert, 6% in Mid- und 4% in Small Caps. "Die Large Caps sind vergleichsweise auf sehr günstige Bewertungsrelationen zurückgekommen, so dass wir hier das größte Erholungspotenzial erwarten", sagt der Fondsberater. Im Vergleich zur Benchmark (Dow Jones Euro Stoxx) sei das Aktienengagement in Frankreich, Italien und Finnland übergewichtet, die Niederlande seien untergewichtet. Auf Sektorebene seien Finanz- und Versicherungswerte zu Gunsten von Telekom - und Pharmawerten untergewichtet.

"Wir suchen die Werte nach dem Top-down-Ansatz aus", berichtet Schomaker. Entscheidend sei eine hohe Dividendenrendite, ein niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis, eine hohe Umsatzrentabilität und eine hohe Gesamtkapitalrentabilität. Anhand dieser Kriterien wählt Schomaker die besten Titel je nach Land und Branche für den Fonds aus. Die drei größten Fondspositionen seien TotalFina, Nokia und Aventis.

Quelle: Handelsblatt

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