Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds für europäische Nebenwerte
Euro-Aktienfonds: Parvest will mit defensiven Werten stürmische Börsenzeiten meistern

Fondsmanagerin Catherine Guinefort hat aktuell den Anteil an Gesundheits- und Konsumaktien hoch gewichtet. Mit einem Anteil von 16 bzw. 20 % am Parvest Europe Mid Cap will die Portfoliostrategin der französischen Fondsgesellschaft, die zur BNP Paribas gehört, die rauen Börsenzeiten durchstehen.

20.09.2001 HB FRANKFURT/M. Die Performance in den vergangenen 12 Monaten sieht dagegen wenig schmeichelhaft aus: Der auf Unternehmen mit einer mittelgroßen Börsenkapitalisierung fokussierte Fonds gab um 20,01 % nach. Relativ gesehen gibt der Fonds im Vergleich zur Konkurrenz ein besseres Bild ab: Er belegt Platz drei der in europäische Nebenwerte investierende Produkte.

"Wir waren im vergangenen Jahr im Software-Service-Sektor deutlich übergewichtet und hatten auch auf Medientitel gesetzt. Das hat der Performance geschadet", räumt Guinefort ein. Als Reaktion auf die wirtschaftlich Lage habe sie einige Technologiewerte verkauft, deren Ertragsaussichten sich nicht verbessert hätten. Auch die Titel der Schweizer Bank Julius Bär seien "wegen mangelnder Transparenz" abgestoßen worden. "Zufrieden sind wir dagegen mit Konsumgütertiteln und Finanz- und Immobiliendienstleistern", betont die Parvest-Expertin. Allerdings verstehe sie sich als Stockpickerin der strikten Einzeltitelauswahl verpflichtet und sei nicht branchenorientiert. Ihr komme es darauf an, Qualitätstitel mit hohem Wachstum zu finden.

Hoch gewichtet sind im Parvest-Fonds die Aktien des Französischen Unternehmens Sophia mit einem Anteil von 2,72 %. "Der Immobiliendienstleister profitiert von seiner Ausrichtung auf den Pariser Markt, der hohe Renditen abwirft", erläutert die Expertin. Besonders positiv entwickle sich die Pharma-Sparte wegen dem Fokus auf Antiallergie-Medikamente. Auf Platz drei folgt der britische Finanzdienstleister Cattles plc mit 2,61 %. Zu den Top-ten zählen ferner der Gesundheitsdienstleister Fresenius AG und der Sportkonzern Adidas mit je über 2 % Depotvolumen.

Zurückhaltender Optimismus

Für die kommende Zeit gibt sich die Fondsmanagerin zurückhaltend optimistisch. Es sei zu erwarten, dass sich eine Erholung an den Börsen einstellt, die von den US-Leitmärkten ausgeht. Der Grund: Ein Jahr nach Beginn des Zinnssenkungszylus sei mit einem freundlicheren Börsenklima zu rechnen.

Der VMR Fund-European Small Cap Value büßte in den vergangenen zwölf Monaten per Ende August 25,45 % an Wert ein. "Die Investoren haben Performancefrust. Nachdem sie sich vor allem an den Tech-Werten gehörig die Finger verbrannt haben, lösen sie jetzt auch verstärkt wertorientierte Anlagen auf", bilanziert Franz-Josef Lhomme von der Nebenwerte Journal AG in Bern, die als Fondsberater für den VMR-Fonds fungiert. Dennoch sei sich Lhomme sicher, dass Small-Caps im Valuebereich mehr als überlebensfähig sind.

Der VMR Fund-European Small Cap legt die Gelder in kleine europäische unterbewertete Aktiengesellschaften an. Langfristig Denken heißt Lhommes Devise. "Europa hat einen ausgeprägten Mittelstand. Ohne die Value-Small-Caps ist in Europa kein Wirtschaftsleben denkbar", meint der Experte. Aktuell sind in Euro-Land 84,2 % der Fondsgelder angelegt, in der Schweiz 14,89 % und in Großbritannien rund 1 %. Diese Aufteilung sei jedoch Folge der Einzeltitelauswahl, betont der Fondsberater.

Gerade habe man sich von der Bremer Lagerhaus AG getrennt. Grund dafür war laut Lhomme die Sonderausschüttung bei diesem Unternehmen. "Wir haben vor der Ausschüttung verkauft und so eine gute Performance mitgenommen", erklärt er. Gleiches könne demnächst bei der GTG Dienstleistungsgruppe, die derzeit mit rund 6 % im Depot gewichtet ist, passieren.

Mit rund 7 % ebenfalls im Fonds vertreten ist der deutsche Sekthersteller Schloss Wachenheim. "Die Umsatzprognosen liegen für die kommenden Jahre bei diesem Unternehmen bei einer Milliarde DM jährlich. Schloss Wachenheim ist Weltmarktführer und profitiert von einem hohen steuerlichen Verlustvortrag."

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