Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds für europäische Nebenwerte
Oppenheim steuert Indexkurs

Die Konjunkurhoffnungen machen den Fondsmanagern Mut. Nach Meinung mancher Anlagestrategen werden die Aktien kleiner Firmen von einer besser laufenden Wirtschaft stärker profitieren als die Titel großer Gesellschaften. Sie argumentieren unter anderem mit den Erfahrungen der Vergangenheit.

HB/vwd FRANKFURT/M. Nebenwerte dürften auch weiterhin höhere Kursgewinne abwerfen als Standardaktien. Davon ist Gudrun Hollender von Oppenheim Asset Management überzeugt. Sie managt den Oppenheim Select Small Cap Europa von der Oppenheim Kapitalanlagegesellschaft, Köln. Er belegt dank eines moderaten Zwölfmonats-Wertverlustes per Ende Februar von 10,17 % unter den 82 Aktienfonds mit Ausrichtung auf europäische Nebenwerte den vierten Rang.

Sie begründet ihre Erwartung damit, dass aller Erfahrung nach Aktien kleiner und mittelgroßer Firmen nach Rezessionen beziehungsweise sehr schlechten konjunkturellen Phasen überproportionale Kursgewinne verzeichneten. Zum anderen profitierten diese Unternehmen in ganz besonderem Maße von der Einführung des Euro und der damit verbundenen deutlichen Erleichterung des paneuropäischen Waren- und Dienstleistunsgeschäfts.

"Kleinere Unternehmen erfreuen sich nur selten einer genauen Analyse durch das Research institutioneller Anleger, so dass manche Perle lange verborgen bleibt", führt Hollender als weiteren Vorteil der Nebenwerte an. Beim Oppenheim Select Small Cap Europa handele es sich um einen Fonds, der seine Portfoliozusammensetzung am über 480 Titel umfassenden MSCI Small Cap Europe Index ausrichte. Derzeit seien 218 verschiedene Aktien im Portfolio, darunter kein Neuer-Markt-Wert. Diese würden grundsätzlich nicht erworben. Der momentan am höchsten gewichtete Titel sei mit einem Portfoliogewicht von 1,5 % die Schweizer Logitech, die im Bereich elektronische Komponenten und Instrumente tätig sei. Zu den größten Einzelpositionen zählten des Weiteren die italienische Banca Pop Di Lodi und die französische Business Objects.

Den Vorteil gegenüber einem klassisch "aktiv" gemanagten Fonds (ohne starke Indexorientierung) sieht die Oppenheim-Fondsmanagerin unter anderem in deutlich geringeren Wertpapiertransaktionen und damit geringeren Kosten für den Fonds. "Das sollte sich mittel- und langfristig in einer höheren Performance gegenüber aktiv verwalteten Produkten niederschlagen", glaubt sie.

Rang 78 belegt mit-61,30 % der Invesco Neue-Märkte-Fonds, der ausschließlich an den europäischen Neuen Märkten investiert. Deutsche Neuer-Markt-Werte dominieren das Portfolio des Fonds der britisch-amerikanischen Investmentgesellschaft Invesco. Ihr Anteil liegt laut Fondsmanager Jochen Mathee aktuell bei rund 98 %.

"Nach wie vor sind gute Aktien des Frankfurter Neuen Marktes wegen ihrer günstigen Bewertung und der erwarteten Konjunkturerholung, von der sie aufgrund ihres hohen Exportanteils stark profitieren sollten, attraktiv", betont der Invesco-Mann. Kurzfristig dürfte das Marktsegment aber unter anderem noch unter der Veröffentlichung von teilweise enttäuschenden Unternehmensergebnissen für das vierte Quartal 2001 zu leiden haben.

In der Branchenbetrachtung seien seit geraumer Zeit Industrie- und Technologiewerte übergewichtet, Finanz- und Internettitel unterrepräsentiert. Für Technologiefirmen wie zum Beispiel Singulus spreche die Tätigkeit in einem Geschäftsbereich mit hohen Markteintrittsbarrieren für Konkurrenten, was hohe Gewinnmargen sichere. Unternehmen aus dem Online-Banking, wo ein harter Preiskampf herrsche, seien nicht attraktiv. Finanztitel seien daher insgesamt untergewichtet. Unternehmen aus dem Industriesektor, wie zum Beispiel die mit über 4 % berücksichtigte Teleplan International seien interessant, weil sie stark vom Trend der Ausgliederung von nicht zum Kerngeschäft gehörender Geschäftsbereiche bei anderen Firmen profitieren sollten.

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