Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds für europäische Standardwerte
Citigroup misstraut deutschen Aktien

Auf der Suche nach "unentdeckten Werten" lässt Tobias Klein die Konkurrenten hinter sich. Er managt den Europa Aktienfonds Ulm CAM, der die Liste der 285 Europafonds für Standardaktien anführt. Das Produkt der Citigroup weist in den zwölf Monaten per Ende Oktober einen Wertgewinn von 1,42 % aus.

HB/vwd FRANKFURT/M. "Dank der Wertorientierung des Fonds ist unsere Ausrichtung defensiv", sagt Klein. Attraktiv bewertete Titel findet er nach eigenen Angaben häufig in den vermeintlich "langweiligen" Old-Economy-Bereichen. Derzeit stellten der schweizerische Aromenhersteller Givaudan, der spanische Stromversorger Union Fenosa und der österreichische Verpackungsproduzent Mayr-Melnhof Karton mit jeweils knapp 3 % Fondsanteil die größten Einzelpositionen dar. Bei der Auswahl der Aktien werde auf solides Ertragswachstum und eine attraktive Bewertung geachtet.

Aktuell lägen britische Aktien mit gut 32 % Fondsquote vor Werten aus Spanien mit 16 %, Portugal und Belgien mit je 7 %. Branchenseitig rangierten Finanzwerte mit 25 % vor Industrietiteln und konjunktursensiblen Aktien mit je 20 % sowie konjunkturunempfindlichen Konsumtiteln mit 18 %. Über- oder Untergewichtungen einzelner Länder oder Branchen ergäben sich aus der Einzeltitelauswahl. "Interessant ist, dass sich das deprimierende Bild Deutschlands in einer deutlichen Untergewichtung niederschlägt", sagt Fondsmanager Klein, "während das relativ solide wachsende Spanien deutlich übergewichtet ist".

Den dritten Platz belegt mit einem Zwölfmonats-Wertverlust von 6,24 % das Franklin-Templeton-Produkt Franklin Mutual European Fund A. Portfoliomanager Matt Haynes sieht ähnlich wie Klein im Technologie- und Telekomsektor derzeit wenig Anlagemöglichkeiten: "Die Bewertungen sind noch immer hoch, deswegen halten wir eine relativ große Barquote von über 30 Prozent, bis sich die Einstiegschancen verbessern."

Haynes zur Strategie: "Wir konzentrieren uns auf Unternehmen, deren Potenzial sich in ihrem aktuellen Börsenwert nicht widerspiegelt". Gerade bei einem Management-Wechsel oder beim Verkauf von Unternehmensteilen würden solche Titel häufig stark an Wert gewinnen. Interessant seien Firmen teilweise auch bei sich anbahnenden Zusammenschlüssen oder Übernahmen bzw. wenn sie sich in einer Restrukturierung oder in Insolvenz befinden würden.

Unter den fünf größten Einzelpositonen seien ACS und Acciona. Die Aktien der beiden spanischen Baugruppen seien mit jeweils über 2 % im Fonds berücksichtigt. "Beide Firmen profitieren von einem siebenjährigen Infrastruktur-Programm der EU und der spanischen Regierung über 100 Milliarden Euro", sagt der Fondsmanager, "ihre niedrige Börsenbewertung beinhaltet diese stabilen Ertragsaussichten aber noch nicht".

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