Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds für Hongkong und China
Chinesisches Gemüse wird zum Anlagethema

Der globale Abwärtstrend an den Börsen belastet auch die spezialisierten asiatischen Aktienfonds. Das belegt die aktuelle Wertentwicklungsstatistik. JP Morgan setzt jetzt auf Titel aus den Branchen Einzelhandel, Industrie und Landwirtschaft. UBS vertraut insbesondere der Immobilienbranche in Hongkong.

HB/vwd FRANKFURT/M. Den Besten reicht die Verlustminimierung: In den zwölf Monaten per Ende Juni schlägt sich das Hongkong-Portfolio von JP Morgan Fleming mit einem Wertabschlag von 15,20 % gut. Der Hong Kong Fund liegt auf dem vierten Rang unter 27 Aktienfonds mit dem Anlageschwerpunkt Hongkong und China.

Manager Chung Man Wing nennt als Gründe für die relativ gute Performance die Untergewichtung im Finanzsektor sowie die Konzentration auf die Branchen Einzelhandel und Industrie. Auch einige Positionen in kleineren Qualitätsunternehmen wie beispielsweise Fountain Set oder Techtronic haben dazu beigetragen, dass der Fonds besser abschnitt als der Vergleichsindex", ergänzt der Fachmann.

Er bleibe bei den Aktien der großen Firmen generell vorsichtig. "Dies gilt insbesondere für die telekommunikationsbezogenen Titel, da sie unter strukturellen Schwächen leiden und düstere Wachstumsperspektiven bieten", betont Chung Man Wing. In einigen ausgewählten Segmenten sehe er aber immer noch gute Gelegenheiten. "Unsere Strategie für Investitionen in Hongkong wird sich daher auf die Einzeltitelauswahl konzentrieren, auf mittlere Unternehmen, die klare Gewinnaussichten haben und günstig bewertet sind." Er rechne außerdem damit, dass auch die Binnennachfrage in Hongkong und China im Verlauf des Jahres steigen werde. Das Management plane daher, das Portfolio weiter von den exportorientierten Titeln zu Verbraucherwerten in China umschichten. "Dabei setzen wir auf gut organisierte Einzelhandelsfirmen, die positioniert sind, den schnell wachsenden Verbrauchermarkt auf dem Festland abzudecken", erläutert Chung Man Wing. Zudem favorisiert er Energie- und Rohstoffwerte. Schon jetzt machten die Branchen Einzelhandel und Industrie knapp zwei Drittel des Fondsvermögens aus.

Fonds hofft auf Trendwende in der chinesischen Landwirtschaft

Mit Firmen wie Global BioChem Technology, die sich mit der Forschung und Entwicklung weizenbasierter Bioprodukte befasse, oder Chaoda Modern Agriculture hoffe er auf eine Trendwende in der chinesischen Landwirtschaft. "Gerade Chaoda mit seinen hoch qualitativen Obst- und Gemüseprodukten ist ein Teil von Chinas rasch wachsender Agrarindustrie", begründet der JP-Morgan-Mann seine Investition.

Das Portfolio der UBS, der Equity (Lux) Fund-Hong Kong, liegt mit einem Minus von 18,99 % auf Rang acht. Manager Ho Wa Leung erklärt die Verluste in erster Linie mit der globalen Börsenschwäche. Er halte momentan Anteile in der Finanzbranche, im Immobiliensektor, in Telekommunikationstiteln, an Versorgern sowie im Einzelhandel.

Immobilienbranche profitiert von Aufschwung

Die Immobilienbranche mache mit gut 22 % des Fondsvermögens den Löwenanteil aus. "Wir haben den Immobiliensektor stark berücksichtigt, da wir eine Erholung auf dem Wohnungsmarkt in Hongkong erwarten. Als Ergebnis eines möglichen konjunkturellen Aufschwungs werden sich Endverbraucher Immobilien wieder leisten können", hofft Ho Wa Leung. Im risikoanfälligen Dotcom-Sektor sei er nicht engagiert.

Grundsätzlich hält der UBS-Manager nach eigenen Angaben an den traditionellen Werten wie beispielsweise Sun Hung Kai Properties oder Hutchison Whampoa mit jeweils über 9 % Fondsquote fest. "Wir investieren in diese Firmen, weil sie langjährige Erfolgsgeschichten aufweisen, ein gutes Management und viel Erfahrung in ihrem Kerngeschäft haben, sich zugleich aber auch auf neue Geschäftsfelder vorwagen." Außerdem hätten die Unternehmen ein starkes Netzwerk im rasch wachsenden chinesischen Markt etabliert.

Quelle: Handelsblatt

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