Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds für Schwellenbörsen
Fondsmanager trumpfen mit China Mobile auf

Die internationalen Anlageexperten zieht es nach Asien. Sie setzen auf ein überdurchschnittliches Gewinnwachstum und die günstige Bewertung im Vergleich zu den Börsen der Industrieländer. Ein zweiter Regionenschwerpunkt der Emerging-Markets-Portfolios ist Osteuropa.

HB/VWD FRANKFURT/M. Gottfried Heller traut den Schwellenländerbörsen weiterhin eine bessere Entwicklung zu als den etablierten Aktienmärkten. Gemessen an Kennzahlen wie dem Kurs/Gewinn- oder dem Kurs/Buchwert-Verhältnis seien die Aktien nur halb so teuer. Zugleich liege ihr Gewinnwachstum um gut 20 % höher. An diesen positiven Entwicklungen will der Geschäftsführer der Münchener Vermögensverwaltung Fiduka und Fondsberater des Pro Fonds (Lux) Emerging Markets teilhaben. Mit einem Zwölfmonats-Wertgewinn per Ende April von 25,21 % liegt das Produkt unter 67 Schwellenbörsenfonds auf Platz eins. Das Produkt wurde von der Gesellschaft Pro Fonds aufgelegt, die zur schweizerischen PMG Fonds Management AG gehört.

An den asiatischen Emerging Markets ist der Fonds laut Heller gegenwärtig mit 32 % des verwalteten Vermögens engagiert. In Südkorea sei er bereits frühzeitig vertreten gewesen und habe mit Werten wie dem Elektroriesen Samsung Electronics am massiven Kursaufschwung an der Börse Seoul teilgenommen. Eine Aufstockung seiner über 12prozentigen Korea-Position erwägt er momentan jedoch nicht. Vielmehr sollten dort in den kommenden Monaten eher Verkäufe erfolgen. Weiter erhöhen werde er wohl die über neunprozentige Portfolioquote von China und Hongkong. Gute Chancen sehe er beim Mobilfunk-Anbieter China Mobile, dessen Geschäfte vom enormen Wachstumspotenzial des Mobilfunkmarktes im Reich der Mitte beflügelt werden sollten. Zudem hat sich der Fonds gerade in Malaysia engagiert. Zu Hellers Lieblingswerten zählen nach eigenen Angaben unter anderem das in den Bereichen Touristik und Plantagen tätige Konglomerat Genting.

Mit einem Anteil von fast 32 % ist Osteuropa ähnlich prominent im Portfolio gewichtet wie Asien. Länderschwergewicht ist laut Heller der EU-Beitrittskandidat Tschechien. Unter den zehn größten Fondspositionen finden sich mit der Telekommunikationsgesellschaft Cesky Telecom und Komercni Banka gleich zwei an der Prager Börse notierte Aktien. In Russland, das durch seinen Rohstoffreichtum vom erwarteten weltweiten Konjunkturaufschwung deutlich profitieren sollte, spiele er mit Werten wie Gazprom, Lukoil, Mosenergo und Surgutneftgaz die Gas- und Ölkarte.

In Lateinamerika sind 13 % der Gelder angelegt, fast ausschließlich in Brasilien. Er zählt die Werte an der Börse Sao Paulo zu den günstigsten Emerging-Markets-Papieren überhaupt. Er setzt mit über 5 % auf den geschlossenen Länderfonds The Brazil Fund. An Einzeltiteln gefällt ihm die Ölgesellschaft Petrobras.

Mit schwerpunktmäßigen Engagements in börsennotierten geschlossenen Schwellenländer-Aktienfonds (Closed-End Funds) erwirtschaftete der Finter Fund Emerging Markets eine Performance von 17,57 %. Dieses Ergebnis bringt den Fonds der Finter-Bank-Zürich Finter Fund-Tochter auf Platz sechs.

"Die verbesserten Gewinnaussichten in Asien werden für den Rest des Jahres die Emerging Markets bestimmen", ist Fondsmanager Markus Wassmer überzeugt. In der asiatischen Region baut er mit fast 19 % der Gelder auf Südkorea, das bislang mit einem hohen Wirtschaftswachstum geglänzt hat und sich Wassmer zufolge auch weiterhin positiv entwickeln dürfte. Zu seinen Favoriten zählt der mit 9 % am höchsten im Portfolio gewichtete Korea Fund Inc., nach Angaben Wassmers einer der größten geschlossenen Fonds mit konstanter überdurchschnittlicher Wertentwicklung. Zudem werde der Korea Fund Inc. derzeit mit einem Rabatt von 18 % auf seinen inneren Wert an der Börse gehandelt. Die starke Untergewichtung in Hongkong/China hat er etwas verringert, berichtet der Fondsmanager.

In Osteuropa nahm Wassmer laut eigenen Angaben nach der ausgezeichneten Entwicklung der Moskauer Börse zwar teilweise Gewinne mit, dennoch bleibt Russland mit aktuell 8 % stark im Portfolio vertreten. Wie er betont, bleibt er optimistisch, dass der russische Aktienmarkt von den noch immer verhältnismäßig günstigen Bewertungen profitieren wird. Mit 5 % der verwalteten Mittel setze er hier verstärkt auf den Fonds Fleming Russia Securities. Lateinamerika bleibt mit vielen Fragezeichen behaftet, so Wassmer. Das größte Potenzial sieht auch er im mit fast 8 % im Portfolio vertretenen Brasilien.

Die Kurserholung an den Schwellenbörsen wird sich seiner Einschätzung nach fortsetzen: "Verglichen mit dem Aufschwung von 1998 haben wir erst die Hälfte der Aufwärtsbewegung hinter uns."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%