Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds für Schwellenländer
Schwellenländerfonds: China Mobile ist gefragt

Das Reich der Mitte lockt mit Anlagechancen. Fondsberater Gottfried Heller argumentiert unter anderem mit der bevorstehenden Aufnahme in die Welthandelsorganisation WTO. Ein Experte von Hansberger Global Investors pocht auf den stark wachsenden Konsumtenmarkt.

30.7.2001 HB/vwd FRANKFURT/M. Gottfried Heller will zwar die Chancen an den Emerging Markets nutzen. Gleichzeitig möchte der Fondsberater und Geschäftsführer der Münchener Vermögensverwaltung Fiduka die Risiken minimieren. Deshalb könne der von Heller beratene Pro Fonds (Lux) Emerging Markets bis zu 30% Fondsvermögens in Werte aus entwickelten Ländern investieren, wenn sie bedeutende Teile ihrer Umsätze in den Schwellenländern erwirtschafteten. Der Fonds kommt dank eines moderaten Zwölfmonats-Wertverlusts per Ende Juni von 1,35% auf Rang drei unter allen 61 Emerging-Markets- Aktienfonds.

Wie Heller informiert, entfallen gegenwärtig 12% der Mittel auf Unternehmen wie Allianz, BASF oder Unilever. Diese Engagements dienen nach Angaben des Experten gewissermaßen auch als Liquiditätsreserve, um bei Rückgaben von Fondsanteilen keine marktengen Aktien aus den Emerging Markets abstoßen zu müssen. Aus Mexiko habe er sich vor rund sechs Wochen vollständig verabschiedet - mit Gewinn. Zudem sei der Brasilien-Anteil leicht auf 10% reduziert worden. Das sei noch rechtzeitig vor den Turbulenzen in Argentinien, die auch für die Börse Sao Paulo nicht ohne Folgen geblieben sind, geschehen.

Regionenschwergewicht im Pro Fonds (Lux) Emerging Markets mit knapp 30% Anteil ist laut Heller derzeit Asien. Allein 10% der Fondsgelder seien in China investiert. Das Land dürfte von einer Aufnahme in die Welthandelsorganisation und von der Vergabe der Olympischen Spiele im Jahr 2008 beflügelt werden. Zum Portfolio gehörten beispielsweise die Fluglinie China Eastern Airlines, die Ölgesellschaft Petrochina und der Mobilfunkwert China Mobile.

Börse in Tel Aviv ist "Nasdaq mit Discount"

In den übrigen Regionen setzt Heller mit 8% auf Südafrika, wo er mit Anglo American Corporation die Rohstoffkarte spiele. "In einer sich belebenden Weltkonjunktur werden Rohstoffe gebraucht", so der Fondsberater. Ebenfalls 8% entfielen auf Russland, das unter anderem über Engagements im Eastern European Fund von Morgan Stanley abgedeckt werde. Gewissermaßen als eine "Nasdaq mit Discount" sieht Heller die technologielastige Börse Tel Aviv, wo sein Fonds mit 4% des Vermögens investiert habe.

Die Chancen an den Schwellenländerbörsen auf Sicht der kommenden ein bis drei Jahre beurteilt Heller gut. Positiv stimmen ihn die niedrigen Bewertungen, gemessen an Kurs/Gewinn- und Kurs/Buchwert-Verhältnissen.

Mit der Konzentration auf unterbewertete Aktien (Value-Ansatz) erleidet der Julius Baer Multicooperation Sicav - Hansberger Emerging Markets Value Stock Fund B einen Wertverlust von 9,88%. In der aktuellen Hitliste bedeutet dieses Ergebnis Platz acht. Koreanische Kookmin Bank als Favorit Auch der von Hongkong aus tätige Fondsberater Aureole Foong von Hansberger Global Investors hat Asien im Portfolio übergewichtet - gegenwärtig sind seinen Angaben zufolge 47% der verwalteten Mittel dort investiert.

Sein Hauptaugenmerk liege auf Hongkong und China, wo der Fonds mit insgesamt 18% engagiert sei. "Wir betrachten Hongkong als den Zutritt nach China", begründet der Experte. Auch er mag den Mobilfunkanbieter China Mobile, der für ihn eine gute Möglichkeit sei, die Chancen des riesigen chinesischen Konsumentenmarktes zu nutzen. Gelohnt habe sich bereits, dass er die Aktie zuletzt auf ermäßigtem Niveau kräftig auf aktuell 3% aufgestockt habe.

In Südkorea, das im Fonds zurzeit mit 11% vertreten ist, findet Foong die vornehmlich im Privatkundengeschäft engagierte Kookmin Bank interessant. Mit einer Quote von über 3% sei die Aktie das wichtigste Papier im Portfolio. Attraktiv seien ferner der koreanische Elektronikkonzern Samsung Electronics sowie der Elektrizitätsversorger Korea Electric Power.

Weitere 22% des Fondsvermögens habe der Fonds in Lateinamerika investiert. Etwas mehr als die Hälfte entfielen auf Mexiko. Wie der Experte weiter berichtet, ist in dem mit 22% gewichteten Bereich Osteuropa, Mittlerer Osten und Afrika der Anteil Russlands in Folge von deutlichen Kurssteigerungen bei den Energiewerten Lukoil, Surgutneftegaz oder Mosenergo auf 8% angestiegen.

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