Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds für Technologiewerte
High-Tech-Werte regional selektieren

Unter den weltweit operierenden Technologiewertefonds schneiden diejenigen mit Anlageschwerpunkt Asien in der Jahresperformance überdurchschnittlich gut ab. Doch Vergangenheitsergebnisse sagen nichts über die Zukunft aus. In den kommenden Wochen könnte Europa die Nase vorn haben.

HB FRANKFURT/M. Technologiefonds standen bei vielen Anlegern lange Zeit hoch im Kurs. Doch wer etwa sein Geld in den vergangenen zwölf Monaten im Aberdeen Global European Technology Fund investiert hatte, für den gab es wenig Grund zur Freude. Per Ende März steht ein Verlust von 34,69 % zu Buche, die dem Fonds Platz 84 in der aktuellen Auswertung von Technologiewertefonds einbrachte. "Wir haben zu sehr auf Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe gesetzt", erklärt Fondsmanager Rob Sellar. Als es mit den Kursen in den ersten drei Quartalen 2001 stark bergab ging, habe man sich nicht schnell genug von den teilweise wenig liquiden Titeln trennen können. "Als Konsequenz haben wir die durchschnittliche Zahl der Aktien im Fonds auf 50 von 80 reduziert und setzen jetzt auf die wichtigsten Unternehmen und auf gut positionierte Nischenplayer", erklärt Sellar.

Die sehen viele der Anlageexperten an asiatische Börsen. Trotz der hohen Kurssteigerungen in den vergangenen sechs Monaten bei asiatischen Technologiewerten ist Fondsmanager Simon Chan von Parvest davon überzeugt, dass Aktien aus dieser Region weiteres Potenzial haben. Bedingung: Die Unternehmensgewinne in den USA müssen sich bei einem gleich bleibend niedrigen Zinsumfeld weiter erholen, betont der Manager des Parvest Asian Technology Cap - mit 12,78 % immerhin Platz eins in der Rangliste. Auffallend ist jedoch: Unter den besten zehn Fonds dieser Kategorie befinden sich fünf Produkte mit regionalem Anlageschwerpunkt Asien.

"Asiatische Technologieaktien haben derzeit einen deutlichen Hebel gegenüber Technologietiteln weltweit, da die Unternehmen überproportional stark von einer Erholung der US-Wirtschaft profitieren", erklärt Chan. Viele asiatische "Player" produzierten und verkauften ihre Produkte in den USA und würden unmittelbar von anziehenden Investitionen profitieren. Als besonders aussichtsreich schätzt Chan die Elektronikbranche ein, die deutlich gegenüber dem Vergleichsindex übergewichtet ist. Entsprechend dieser Sicht sind PC-Bauer und Halbleiterhersteller derzeit seine Favoriten.

Untergewichtet im Portfolio hat der Parvest-Manager Aktien aus den Sektoren Medien und Telekommunikation. Im Gegensatz zur eher frühzyklischen Elektronikbranche würden Medien erst zu einem späteren Zeitpunkt einen Aufschwung erfahren. Es werde Zeit brauchen, bis die Werbeumsätze wieder anzögen. Deshalb setze er derzeit vor allem auf den führenden asiatischen Telekom-Anbieter China Mobile. Trotz der Kursschwäche in den vergangenen Monaten und des Margendrucks sei der Konzern am besten für den Wettbewerb gerüstet.

Aberdeen-Manager Sellar hält dagegen Europa die Stange und dort beispielsweise den Aktien des norwegischen Videokonferenz-Spezialisten Tandberg. Dazu spielt er wie viele Tech-Manager die zyklische Karte und investiert in Halbleiteraktien.

Enttäuscht zeigt sich der Aberdeen-Mann dagegen von seiner Topposition Nokia. "Ich kann nicht verstehen, warum das Management nicht früher die Prognose für die Absatzziele korrigiert hat."

Quelle: Handelsblatt

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