Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Hongkong/China
Boom am Bau für HSBC ein bevorzugtes Börsenthema

Ein kräftiges Wirtschaftswachstum in China könnte auch die Börse des Landes stimulieren. Manche Anlagestrategen setzen deshalb auf inlandsorientierte Aktien. Die in der Region investierenden Portfolios verbuchten im Oktober bereits durchschnittliche Wertzuwächse von über sieben Prozent.

HB/vwd FRANKFURT/M. Richard Wong von HSBC konzentriert sich seit dem 11. September auf chinesische Unternehmen, die auf ihrem Heimatmarkt stark sind. Der Grund: Der Binnenmarkt läuft seiner Meinung nach als Wachstumsmotor des Reiches weiter - unbeeindruckt von der weltweit schlechten Wirtschaftsstimmung. Auf die konsequente Umsetzung dieser Strategie führt Wong den knapp 13-prozentigen Wertzuwachs des von ihm betreuten Chinese Equity im Oktober zurück. Während der vergangenen 12 Monate erzielte das HSBC-Produkt ein Plus von 1,80 % und liegt damit unter 22 Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Hongkong/China auf dem zweiten Platz.

Wong hat nach seiner Darstellung überproportional viele Mittel in den exportunabhängigen Branchen Immobilien, Konsum, Versorgung und - auf den ersten Blick etwas überraschend - in Fluglinien investiert. Denn hier sind die Gewinner des zu erwartenden 8prozentige Wirtschaftswachstums Chinas zu finden, ist der Fondsstratege überzeugt: "Wachstum heißt neue Gebäude, mehr Energie und mehr Transportmittel." Gleichzeitig könnten die Konsumenten mehr Geld ausgeben.

Zu seinen größten Einzelpositionen zählten der mit guten Ergebnissen aufwartende Energieversorger Huaneng Power mit knapp 5 % Anteil am Fondsvermögen. Dazu komme Shum Yip Investment mit fast 4 %. Dieser in der Boom-Region Shenzhen führende Immobilienwert überzeuge auch durch seine Kabelnetzwerke und das Standbein im Transportwesen. Andere wichtige Immobilienwerte seien China Resources und China Overseas Land mit jeweils rund 3 % Fondsquote.

Fluglinie China Southern Airlines dürfte wenig unter der Flugangst leiden

Auch die Fluglinie China Southern Airlines gehöre mit rund 3 % zu den wichtigen Investments. Nach einem kurzem Schock im September habe sich der Wert schnell gefangen, erklärt Wong. Denn die Investoren seien sich schnell klar darüber geworden, dass diese sich auf die wachsende südchinesische Region konzentrierte Fluglinie wenig unter einer sich weltweit ausbreitenden Flugangst leiden dürfte. Auch die in der Diskussion stehenden Akquisitionen im Norden des Landes nennt Wong als Pluspunkt.

Weniger angetan ist der Stratege dagegen von den Sektoren Technologie und Telekommunikation. "Ich suche vernünftig bewertete Wachstumswerte", fasst er seine Auswahlverfahren zusammen. Und die seien unter den hoch bewerteten Technologieaktien Mangelware. Bei den Telekomunternehmen sorge die wahrscheinliche Vergabe einer vierten Mobilfunklizenz für Unruhe, da dann mit erhöhten Wettbewerbsdruck zu rechnen sei, meint Wong. Klar untergewichtet sei er daher bei den beiden großen Werten China Mobile und China Unicom mit 4 % bzw. 3 % des Fondsvolumens.

Edmond Leung von ABN Amro Asset Management investiert nach seiner Darstellung auch in Hongkong und Taiwan. Er lege im von ihm betreuten China Equity Fund knapp 70 % der Gelder in China an, weitere 18 % seien auf Hongkong konzentriert, 12 % auf Taiwan. In den 12 Monaten per Ende Oktober musste der Fonds ein Minus von 14,99 % hinnehmen. Dies reicht für einen fünften Platz in dem Konkurrenzvergleich.

Auch Leung erwartet für China ein robustes Wachstum von durchschnittlich über 7 % in den kommenden Jahren - Grund genug für Börsenoptimismus. Er achte bei der Aktienauswahl vor allem auf ein hohes Potenzial beim Gewinnwachstum sowie eine angemessene Bewertung. Leung hat vier Kriterien definiert, die seiner Meinung nach auf ein viel versprechendes Unternehmenswachstum deuten: Konzentration auf die Städte, ein hoher Privatisierungsgrad mit großer Entscheidungskompetenz des Managements, Marktführerschaft auf freien Märkten, stark nachgefragte Produkte ohne Überschusskapazitäten. Die mit fast 5 % im Fonds berücksichtigte Huaneng Power nennt Leung als Beispiel. Dieser Versorger zähle zu den Marktführern auf dem städtischen Energiemarkt. Auch das Finanzinstitut China Everbright zähle mit rund 4 % zu den Favoriten.

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