Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Hongkong/China
Optimisten setzen in Peking auf den Olympia-Effekt

An dem langfristigen Optimismus ändert auch die jüngste globale Börsenkrise nach den Terroranschlägen nichts. In der derzeitigen Börsenkrise betrachtet Financière Atlas den Anlagehorizont China als einen relativ sicheren Hafen.

HB/vwd FRANKFURT/M. Obwohl das Atlas-Chine-Portfolio der französischen Investmentbank mit einer Zwölfmonats-Wertentwicklung per Ende August von-1,42 % einen Verlust verbuchen musste, belegt der Fonds mit einer auf den chinesischen Binnenmarkt ausgerichteten Strategie Platz eins unter allen 22 Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Hongkong/China.

Die Verluste erklärt sich Fondsmanager Hu Xing mit der starken Korrektur, die die Märkte derzeit durchliefen und an der auch China nicht vorbeikomme. Gründe dafür seien sowohl die global schwächer werdende Konjunktur als auch örtliche Ermittlungen im Zusammenhang mit Unregelmäßigkeiten an den chinesischen Börsenplätzen. Hu zieht weiterhin inländisch orientierte Titel vor: "China kann immer noch ein Wirtschaftswachstum von mehr als 7 % aufweisen; der Konsum macht den Hauptanteil dieses Wachstums aus."

Transportwerte zählen zu den Favoriten Der chinesische Investmentexperte verspricht sich nach eigenen Angaben weiteres Wachstum durch den bevorstehenden Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO). Er setze beispielsweise mit dem Hafenbetreiber Cosco Pacific, in dessen Aktie 3 % des Fondsvermögens investiert sei, auf den Seeverkehr. Gleiches gelte für China Merchants Holding mit knapp 3 % Quote: "Diese Firmen aus dem Transportwesen sind attraktive Titel, nicht nur mit Blick auf den bevorstehenden WTO-Beitritt Chinas, sondern auch angesichts einer Annäherung an Taiwan", prognostiziert der Manager.

Ein weiteres favorisiertes Investmentthema des Atlas Chine seien Immobilien. Aus dieser Branche stamme auch China Resources Beijing Land. Deren Aktie sei mit einer Quote von 4 % die wichtigste Fondsposition. Hu begründet diese Investition vor allem mit den Olympischen Spielen in Peking im Jahr 2008. Davon dürften seiner Ansicht nach insbesondere Immobilienunternehmen profitieren.

Der Manager rechnet nach den Terroranschlägen in den USA auch für China mit einem Exportrückgang. Allerdings erwartet er eine Beibehaltung des Wachstums: "Dank seines großen Binnenmarktes ist das Land weniger der global schwächelnden Konjunktur ausgesetzt. Chinas Unterstützung der USA im Kampf gegen den Terrorismus sollte den WTO-Beitritt außerdem noch beschleunigen."

Auch UBS-Fondsmanager Yit-Mee Cheah sieht negative Auswirkungen der Anschläge auf die Märkte in Hongkong und China. Der UBS (Lux) Equity Fund - Hong Kong für Aktien der ehemaligen Kronkolonie belegt mit einer Zwölfmonats-Performance von-26,38 % Rang sieben und dürfte seiner Einschätzung nach noch stärker betroffen sein: "Das Handelszentrum Hongkong wird durch jede globale Verlangsamung getroffen. China dagegen hat einen Input aus dem Binnenmarkt und ist deshalb möglicherweise deswegen weniger beeinträchtigt als andere Länder."

Der Investmentexperte erläutert, die Anlagestrategie sei durch eine strenge Aktienauswahl beim Blick auf die Bewertungen geprägt. Außerdem strebe man zur Risikominimierung eine breite Streuung der Gelder an. Derzeit seien 25 % der Mittel im Finanzsektor konzentriert. Dazu kämen 11 % Immobilientitel sowie jeweils über 14 % Versorger und Konglomerate.

Immobilientitel sind erste Wahl Auch der UBS-Mann setzt nach eigener Darstellung auf den Immobiliensektor: Das Unternehmen Sun Hung Kai Properties ist seiner Ansicht nach nicht nur die größte Immobilienfirma am Markt, sondern biete auch beständige Erträge und ein vernünftiges Management. Die Aktie sei mit 10 % im Portfolio berücksichtigt. Weitere große Positionen seien Hutchison Whampoa, Cheung Kong Holdings und die Hang Seng Bank - jeweils mit über 9 % Fondsquote. "Diese Unternehmen haben unter anderem große Chancen mit Blick auf die inländischen Wachstumsperspektiven."

Das größte Risiko des Fonds sei das Risiko des Marktes Hongkong an sich. Der UBS-Mann: "Hongkong war immer schon einer der risikoreichsten, aber auch profitabelsten Märkte der Welt. Er reagiert auf die globalen und chinesischen Wachstumsperspektiven genau so wie auf Zinsbewegungen."

Die Tabelle enthält keine Fonds-Ratings. Da viele Produkte erst seit kurzer Zeit angeboten werden, wäre eine vergleichende Bewertung wenig aussagekräftig.

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