Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Lateinamerika
Carlson-Fonds löscht Anlegerdurst

Die Fondsmanager erwarten eine Erholung der Weltkonjunktur. Dann sollten ihrer Meinung nach die Aktienmärkte in Lateinamerika profitieren. Daher stehen Werte aus den Bereichen Rohstoffe und Konsum ganz oben auf den Favoritenlisten.

HB/vwd FRANKFURT/M. Lateinamerika gilt vielen Anlegern als schwieriges Pflaster, doch mit den richtigen Investments stimmt auch dort die Rendite. Der Carlson Fund Equity - Latin America der schwedischen Fondsgesellschaft Carlson mit einem Zwölfmonatsplus per Ende April von 5,79 % immerhin auf Rang vier unter 37 Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Lateinamerika. Carlson-Fondsmanagerin Maryam Mansoury zeigt sich weiter optimistisch: "Wir glauben, dass die Region eine attraktive Kombination aus Wachstums- und Wertorientierung bietet."

Die mit Abstand am stärksten im Portfolio vertretenen Länder sind gegenwärtig Brasilien und Mexiko mit 45 % bzw. 44 % Fondsquote. Chile und Peru folgen mit 8 % bzw. 2 %. "Mexikanische Aktien brachten in diesem Jahr den stärksten Beitrag zur Wertentwicklung", erklärt Mansoury, "brasilianische Titel fielen dagegen - bedingt durch die Unsicherheit über den Ausgang der anstehenden Präsidentschaftswahlen - deutlich ab".

Gegenüber dem Vergleichsindex hat Mansoury nach eigenen Angaben die Marktschwergewichte Petroleo Brasileiro (Petrobras) mit 9 % sowie Telefonos de Mexico (Telmex) mit 8 % untergewichtet. Dennoch zählten beide Aktien zu den am stärksten berücksichtigten Werten im Portefeuille. Übergewichtet hat sie die brasilianische Holz- und Papierrohstoffgesellschaft Aracruz und die Handelskette Wal-Mart de Mexico mit jeweils rund 8 % Anteil.

Auch der Produzent des mexikanischen Kultbieres "Corona", die Grupo Modelo, ist mit 4,5 % überdurchschnittlich stark im Fonds vertreten. "In Mexiko richten wir uns auf Konsumwerte aus, da sich bei diesen Aktien ein Aufschwung als erstes bemerkbar macht", sagt die Fondsmanagerin, die mit einer Erholung der Weltwirtschaft rechnet. In Brasilien setze sie ebenfalls auf konjunkturreagible Werte wie etwa Rohstoff- und Minengesellschaften, die ihrer Meinung nach "schon am Anfang eines konjunkturellen Aufwärtstrends profitieren". In der Branchenbetrachtung führt der Bereich Rohstoffe und Materialien mit knapp 23 % vor Konsumwerten mit 13 % und Energietiteln mit 9 %.

Der JB Multistock - Latin America Stock Fund der schweizerischen Julius Baer liegt mit einem Plus von 2,51 % auf dem neunten Rang. Fondsmanagerin Elena Eyries von der spanischen Banco Santander betreut den Fonds. Sie konzentriert sich nach eigenen Angaben zu 45 % auf Mexiko und zu 44 % auf Brasilien. Chilenische und peruanische Aktien sind mit 3 % bzw. 2 % berücksichtigt. Eyries glaubt, dass die "lateinamerikanischen Aktienmärkte dank ihrer niedrigen Bewertungen und dem hohen Anteil konjunktursensibler Titel eine gute Ausgangsbasis bei einer weltwirtschaftliche Erholung haben."

Daher hat sie den Anteil von Basismaterial-Produzenten auf aktuell 16 % erhöht. In der Branchenbetrachtung seien zwar Telekommunikationsdienstleister mit fast 21 % stärker berücksichtigt, doch bedeute diese Quote eine Untergewichtung gegenüber dem Vergleichsindex. In die Bereiche dauerhafte Konsumgüter und Finanzwerte sind ihren Angaben zufolge je rund 13 % der Gelder investiert. "Diese Sektoren haben wir wegen der positiven Auswirkungen der niedrigen Zinssätze auf das Konsumwachstum und die Kreditnachfrage übergewichtet", erklärt die Fondsmanagerin.

Die Liste der Einzelwerte führt Telmex mit über 9 % an. Auf Platz zwei folgt die mexikanische Mobilfunk-Gesellschaft America Movil. Auch Cementos de Mexiko (Cemex) ist mit etwa 6 % berücksichtigt: "Der weltweit tätige Zementhersteller wird gegenüber seinen größten Wettbewerben noch immer mit einem Abschlag auf den fairen Aktienkurs gehandelt", erläutert die Fondsmanagerin. Recht viel Geld sei außerdem in Petrobras und Wal-Mart de Mexiko investiert.

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