Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Lateinamerika
Lateinamerikafonds: Vertrauen in mexikanische Werte

Auch die amerikanischen Schwellenmärkte leiden unter dem weltweit schlechten Börsenklima. Das belegt der aktuelle Performancevergleich. Die in dieser Region anlegenden Fondsmanager aus Häusern wie Franklin Templeton oder Invesco konzentrieren ihre Gelder stark auf Mexiko und Brasilien.

HB/vwd FRANKFURT/M. An den lateinamerikanischen Märkten könnte es weiter abwärts gehen. Neben den Finanzproblemen belastet die Sorge vor einer weltweiten Rezession. Emerging-Markets-Guru Mark Mobius verlässt sich in dieser schwierigen Lage nach eigener Darstellung vor allem auf mexikanische Werte. Der von ihm betreute Templeton Latin America Fund weist einen vergleichsweise geringen Zwölfmonats-Wertverlust von 21,61 % aus. Damit liegt das Produkt der amerikanischen Gesellschaft Franklin Templeton auf dem fünften Rang unter 36 Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Lateinamerika.

In Brasilien wird die schlechte Börsentendenz anhalten. Davon ist Mobius nach eigenen Angaben überzeugt. Er setze schwerpunktmäßig auf Mexiko, obwohl dieser Markt durch die Abhängigkeit von den USA geprägt ist, wo die Börsen immer noch im Zeichen der Terroranschläge vom 11. September stehen würden. Gut 37 % des Fondsvermögens seien in Mexiko investiert. Es folgten Brasilien mit rund 25 % Depotanteil und Chile mit 19 %. Mobius zu seinem Ansatz: "Die Strategie ist wertorientiert. Dabei spielen beispielsweise die langfristigen Gewinnaussichten eines Unternehmens eine Rolle." Die Aktie des mexikanischen Lebensmittelproduzenten Grupo Bimbo sei mit 8 % Depotanteil eindeutiger Favorit. Die Firma vertreibe und vermarkte unter verschiedenen Markennamen Produkte wie Kuchen, Gebäck, Süßigkeiten, aber auch Tortilla.

Andere wichtige Positionen aus Mexiko seien der Papierproduzent Kimberly-Clark de Mexico und das Telekom-Unternehmen Telefonos de Mexico mit jeweils über 6 % Quote. In Brasilien dagegen setzt der Franklin-Templeton-Experte nach seiner Darstellung eher auf Banken und Finanzdienstleister. Hierbei seien Titel wie die Banco Bradesco mit fast 7 % Fondsanteil gefragt.

Umschichtungen zugunsten mexikanischer Werte

David Manuel kommt mit dem von ihm gemanagten Invesco GT Latin American Fund, der 31,11 % Verlust ausweist, nur auf Rang 32. Das Management der britisch-amerikanischen Investmentgesellschaft Invesco reagierte laut Manuel und nahm Umschichtungen zugunsten mexikanischer Werte vor. Gut 40 % der Gelder seien mittlerweile in dem Land investiert. Knapp dahinter liege Brasilien mit über 39 %. Als Grund für die starke Konzentration des Fonds auf beide Länder nennt Manuel die Größe der Börsen. Auch die größten Positionen im Fonds seien inzwischen Mexiko zuzurechnen. Der Fondsmanager nennt Standardwerte wie die Telekom - und Internetfirma Carso Global Telecom oder Coca-Cola Femsa mit jeweils über 5 % Anteil. Dazu komme die Fernsehaktie Grupo Televisa mit ebenfalls über 5 % Fondsquote.

Trotz der positiven Einschätzung des mexikanischen Marktes will der Invesco-Manager die Ausrichtung auf die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas, also Brasilien, beibehalten: "Wir glauben, dass die Börse langfristig besser abschneiden wird. Die brasilianischen Titel sind billig und die wirtschaftlichen Wachstumsaussichten sind gut." Mexiko dagegen werde dagegen schlechter abschneiden.

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