Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Lateinamerika
Ölaktie Petrobrás schmiert die erfolgreichen Fondsdepots

Die Vermögensverwalter Baring und JP Morgan Fleming konzentrieren sich stark auf Brasilien und Mexiko. Sie suchen ihre Chancen in den Bereichen Rohstoffe, Handel und Mobilfunk.

HB/vwd FRANKFURT/M. Der Finanzkrise Argentiniens zum Trotz bieten die lateinamerikanischen Aktienmärkte durchaus Chancen. Mit dem Baring EM Latin America Fund erzielte Fondsmanager Urban Larson in den vergangenen zwölf Monaten per Ende Februar einen Wertgewinn von 8,1 %. Damit liegt das Produkt der britischen Investmentgesellschaft Baring unter 37 Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Lateinamerika auf dem zweiten Platz.

"Einer der Gründe für die gute Wertentwicklung war, dass wir unsere letzten argentinischen Aktien Anfang 2001 verkauft haben - bevor die Krise ausbrach", erklärt Larsen. Außerdem sei er in Mexiko und Peru, deren Märkte sich in der Region am besten entwickelt hätten, relativ stark vertreten. Aktuell stellten brasilianische Aktien fast 47 % des Fondsvermögens, gefolgt von mexikanischen Titeln fast 45 % sowie Papieren aus Chile und Peru mit jeweils rund 4 %.

Größter Einzelwert im Portfolio sei derzeit der Ölkonzern Petroleo Brasil (Petrobrás) mit einem Anteil von über 9 %. "Das Unternehmen steigert die Ölförderung schneller als die meisten Wettbewerber und verbessert weiterhin sein Management", so Larsens Begründung.

In Mexiko hätten vor allem Konsumwerte Kursgewinne verbucht. Wal-Mart de México, mit mehr als 7 % die drittgrößte Fondsposition, erhält von Larsen besonders gute Noten: "Die Dauerniedrigpreis-Politik ermöglicht hohe Umsatzzuwächse, zudem verbessert sich die Gewinnspanne durch die betriebliche Effektivität." Der Aktienkurs der mexikanischen Mobilfunkfirma America Móvil, mit einem Anteil von annähernd 9 % zweitgrößter Einzelwert, habe sich zuletzt nicht so gut wie erwartet entwickelt, dennoch setze er auf das Unternehmen.

Luke Richdale erwartet seinen Darstellungen zufolge, dass sich die Wirtschaft Mexikos durch die positiven Auswirkungen der Freihandelszone Nafta den nordamerikanischen Volkswirtschaften annähern wird. "Deswegen haben wir mexikanische Unternehmen übergewichtet", erklärt der Manager des JPMF Latin America Equity Fund. Das Produkt der Fondsgesellschaft JP Morgan Fleming rangiert mit einem Plus von 5,67 % auf Rang drei.

Rechtzeitig senkte Richdale nach eigenen Angaben die Quote argentinischer Aktien: "Schließlich steht die aktuelle Krise am Ende einer drei Jahre dauernden Rezession." Aktien brasilianischer Firmen seien dagegen belastend gewesen. In der Ländergewichtung des Fonds führe Mexiko derzeit mit 49 % vor Brasilien mit 43 % und Chile mit 5 %.

Richdale kaufte eigenen Angaben zufolge nach den Kursstürzen im vergangenen September unter anderem bei Wal-Mart de México zu. Heute stelle der mexikanische Ableger des US-Handelsriesen gemeinsam mit America Movil (Fondsanteile jeweils über 6 %) die drittgrößte Einzelposition hinter Telefonos de Mexico mit 9 % und Petrobrás mit 10 %. "Die wichtigste Eigenschaft dieser Gesellschaften ist die Qualität des Managements und dessen Verpflichtung, die Erträge der Aktionäre zu verbessern", erklärt der Fondsmanager. Telefonos de Mexico (Telmex) bezeichnet Richdale als "weltweit fast einzigartig" unter den Festnetz-Telefongesellschaften, weil das Unternehmen während der neunziger Jahre nicht über seinen Verhältnissen investiert habe und konsequent eine hohe Kapitalrendite erbringe.

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