Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Mittel- und Osteuropa
Axa und Credit Suisse spielen die Öl-Karte

Auch in trüben Börsenzeiten gibt es interessante Anlagemöglichkeiten. Das belegt die aktuelle Wertentwicklungsstatistik. Investments im Osten Europas werden mit zweistelligen Jahresrenditen ausgewiesen. Vor allem die russische Börsenhausse schlägt hier zu Buche.

HB FRANKFURT/M. Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Mittel- und Osteuropa können sich weiterhin über satte Gewinne freuen. "Die Übergewichtung russischer Öltitel ist der Hauptgrund für die gute Wertentwicklung des Axa Osteuropa", sagt Fondsmanager Achim Stranz. Der Fonds von AXA Investment Managers steht mit einem Zwölfmonats-Wertgewinn per Ende April von 43,78 % auf Platz fünf im Konkurrenzfeld von 56 Produkten.

Bei Anlagen in Osteuropa sei bisher der Themenschwerpunkt EU-Erweiterung interessant gewesen, erklärt Stranz. Jetzt verlagere sich der Fokus mehr auf die Annäherung Russlands an den Westen. "Russland kann sich zum alternativen Ölproduzent zum Mittleren Osten entwickeln", bemerkt er. Der Fonds sei in Russland mit 57 % der Gelder gewichtet. Davon entfielen 49 % auf die Ölsparte. Auch in nächster Zeit wolle er weiter "die Ölwelle reiten". Sie wird seiner Ansicht nach noch bis zu einer nachhaltigen Erholung der Weltwirtschaft andauern.

Im Depot enthalten seien Unternehmen wie Surgutneftegaz, Lukoil,Yukos Oil und Unified Energy mit zusammen rund 30 % berücksichtigt. Vor allem Yukos habe im April zur positiven Performance des Fonds beigetragen. Das ausgetauschte Yukos-Management habe sich bezahlt gemacht, erklärt Stranz. Insgesamt könnten russische Ölunternehmen mit internationalen Förderfirmen in einem Zug genannt werden, jedoch seien die russischen Werte viel günstiger bewertet.

Ebenfalls als attraktiv bewertet Stranz den polnischen Markt, der mit insgesamt 15 % im Fonds gewichtet sei. "Nach Russland ist Polen für uns die interessanteste Anlageregion, weil dort eine breite Palette von guten Unternehmen zu finden ist", begründet der Axa-Experte. Im Fonds vertreten sei beispielsweise das Telekomunternehmen TPSA mit knapp 4 % der Gelder. Ungarn ist laut Stranz mit 15 %, die Tschechische Republik mit 10 % vertreten. "Wir decken diese Länder zwar ab, allerdings hat uns die Tschechische Republik enttäuscht, da die Bestrebungen zu mehr Privatisierung bisher nicht funktioniert haben", sagt Stranz. In Ungarn gebe es auf Grund der Monostrukturierung nur wenige Unternehmen. Er setze vor allem auf das Telekommunikationsunternehmen Matav und die OTP Bank.

Für Neill Gregson ist ebenfalls die russische "Öl-Story" das zentrale Anlagethema in Osteuropa. Gregson managt den Credit Suisse Equity Fund (Lux) Eastern Europe von Credit Suisse Asset Management, der mit einem Plus von 41,59 % den achten Rang belegt.

"Russland nimmt mit 60 % die dominante Position im Fonds ein", kommentiert Gregson. Er sei überzeugt, dass die strukturellen Reformen weiter vorangetrieben würden. Auch die Aktienbewertungen russischer Unternehmen seien vernünftig. Ein Problem dürfe jedoch nicht übersehen werden, betont der Fondsmanager: Der Aktienmarkt werde von Öl- und Gasproduzenten beherrscht, daher gebe es, wenn der Ölpreis falle, kaum Investmentalternativen.

Unternehmen aus den Bereichen Stahl und Telekommunikation seien zwar vorhanden, aber nur in geringer Zahl. "Ich bin aber überzeugt, dass sich 2003 und 2004 mehr Unternehmen außerhalb des Öl-und Gasbereichs am Aktienmarkt etablieren werden, so dass die Auswahlmöglichkeiten steigen", gibt sich Gregson zuversichtlich.

Derzeit habe er russische Öl- und Gasproduzenten mit 30 % im Fonds gewichtet. Dazu gehörten Unternehmen wie Lukoil und Yukos Oil mit zusammen 14 % Fondsquote. Technologiewerte seien mit insgesamt 13 % berücksichtigt, Banken mit 15 %. Im Depot enthalten sei beispielsweise die ungarische OTP Bank mit 5 % Anteil. "OTP haben wir etwas reduziert, da der Wert gut gelaufen ist", erläutert Gregson. Ungarn halte er trotz der Marktenge für attraktiv. Polen habe er mit 15 % Anteil leicht untergewichtet.

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