Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds mit Schwerpunkt Biotechnologie und Pharma
Biotech lässt Fondsmanager hoffen

Im Herbst werden die Biotechnologiefirmen ihre neuen Produkte vorstellen. Das könnte den Aktienkursen neue Impulse geben und die zuletzt häufigen schlechten Nachrichten vergessen lassen. Davon sind zumindest die erfolgreichen Manager von Branchenfonds für dieses Segment überzeugt.

HB/vwd FRANKFURT/M. Die schmerzliche Erfahrung, dass auch Phantasien begründet sein müssen, haben viele Biotechnologie-Investoren machen müssen. Spezielles Fachwissen scheint gerade in dieser jungen Branche notwendig zu sein, um Chancen und Risiken der einzelnen Gesellschaften abwägen zu können. Mit einem Plus von 18,77 % im Zwölf-Monats-Zeitraum per Ende März steht der DG Lux Lacuna APO BioTech Fonds von der Gesellschaft DG Lux auf dem dritten Platz im Konkurrenzfeld von 84 Aktienfonds für Biotech- und Pharmawerte.

Raimund Stummer, der von der Lacuna Fondsverwaltung im Anlageausschuss des Fonds vertreten ist, führt das Ergebnis auf die Konzentration auf mittelgroße Biotechnologie-Unternehmen zurück: "Bei der Aktienauswahl setzen wir vor allen Dingen auf Medikamentanbieter mit einer soliden Produktpipeline. Die Präparate sollten nach der Zulassung einen möglichst breiten Markt finden und gut absetzbar sein. Vor diesem Hintergrund achten wir natürlich auch auf die Finanzierungssituation der betreffenden Unternehmen, oder ob sie mit starken Vertriebspartnern kooperieren."

Zu den Favoriten im Depot des Biotechnologie-Fonds gehörten Ligand Pharmaceuticals und OSI Pharmaceuticals. Auf dem Gebiet der Krebsforschung haben diese Firmen nach Ansicht des Managementteams Erfolg versprechende Medikamente anzubieten. Etwa 7 % bzw. 6% des Fondsvolumens seien derzeit in diese Werte investiert. Als dritte konstante Größe sei die Gesellschaft Enzon Inc. mit einer Gewichtung von 5 % im Lacuna-Depot enthalten. Enzon lasse durch ihre Produktentwicklungen auf dem Gebiet der Hepatitisbekämpfung auch in der Zukunft eine positive Entwicklung erwarten.

Die Vorteile der Biotech-Aktien gegenüber den konservativen Pharmawerten begründet Stummer mit dem prognostizierten Wachstumspotenzial von durchschnittlich etwa 20 bis 25 % pro Jahr, das er langfristig für durchaus realistisch halte. Bald sei auch wieder mit besseren Nachrichten zu rechnen: "Spätestens nach den Produktkonferenzen der verschiedenen Anbieter im Herbst können wir wieder mit positiven Impulsen für die gesamte Branche rechnen."

Ein Plus von 5,91 % bringt den CS Equity Fund (Lux)-Global Biotech von Credit Suisse auf Platz neun. Fondsmanager Michael Nawrath begründet das gute Ergebnis mit einer starken Anlehnung an den Amex Biotech Index. Diese Anlehnung sei im Jahr 2001 notwendig gewesen: "Viele Investoren konzentrierten sich zu früh auf so genannte Hoffnungsträger der Biotech-Branche; nach den Kurskorrekturen stieg die Nachfrage nach Aktien von Firmen, die bereits profitabel wirtschaften und somit im Amex Biotech Index vertreten sind."

Dementsprechend handele es sich bei den größten Werten im Fondsdepot um Biotech-Giganten wie Millennium Pharmaceuticals, Immunex und Genentech. Alle drei Werte seien zusammen mit über 20 % im Fonds gewichtet. Um den Markt zu übertreffen, sei jedoch die jeweilige Gewichtung von Bedeutung. Als Schlüssel zum Erfolg bezeichnet Nawrath eine detaillierte Fundamentalanalyse, anhand derer er auch einzelne Nebenwerte in dem Segment der circa 500 an der Börse gelisteten Biotechnologie-Unternehmen in die engere Auswahl ziehe.

Als ein Beispiel für die zukunftsorientierte Ausrichtung des Fonds nennt Nawrath das gering kapitalisierte Unternehmen Onyx Pharmaceuticals. Aktuell sei der Wert lediglich mit 0,5 % gewichtet, da sich der Entwicklungsstand des Medikamentes zur Bekämpfung von Krebszellen erst in der zweiten Phase des Entwicklungszyklus befände. Nawrath ist nach eigenen Angaben jedoch heute schon von den Perspektiven des Produktes überzeugt.

Sein grundsätzlich optimistischer Ausblick: "Wir stehen erst am Anfang; derzeit können erst etwa 30 Prozent aller Krankheiten ursächlich geheilt werden - in den meisten Fällen kann die Medizin bisher lediglich Schmerzen bzw. Symptome lindern. Die wissenschaftliche Entwicklung in diesen Bereichen wird zwangsläufig Vorteile mit sich bringen - für die Patienten, für die Volkswirtschaften und für die Anleger."

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