Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds mit Schwerpunkt Informationstechnologie
Defensive Strategie bleibt Trumpf

Die Anlageexperten im High-Tech-Bereich können noch nicht aufatmen. Ein Ende der Baisse scheint kaum absehbar. Julius Bär hält weitere deutliche Kursabschläge für möglich. Union Investment gibt sich etwas optimistischer und verweist auf den erwarteten Konjunkturaufschwung.

HB/vwd FRANKFURT/M. "Technologieaktien sind noch immer überbewertet", erklärt Riad Younes. Der Fondsmanager des Julius Bär Multistock - Global Infotech Stock Fund ergänzt: "Wir bleiben zumindest für die nächsten Monate weiter defensiv eingestellt." Das von Younes betreute Produkt des schweizerischen Hauses Julius Bär kommt mit einem Zwölfmonats-Wertverlust von 32,77 % per Ende Mai auf Platz drei unter 41 Aktienfonds, deren Anlageschwerpunkt in der Regel im Bereich Informationstechnologie liegt.

Der Barmittelbestand ist laut dem Bär-Mann entsprechend der vorsichtigen Ausrichtung mit 11 % relativ hoch. "Unternehmen mit überzeugenden Geschäftsmodellen und vernünftigen Bewertungen sind überaus rar", sagt der Fondsmanager. Im Technologiebereich halte er sogar einen weiteren Kursrutsch um bis zu 30 % für denkbar.

Weil sie ein "vergleichsweise defensives" Investment seien, bevorzuge er Aktien aus dem Bereich Telekommunikation, wobei er nach eigenen Angaben führende Großunternehmen vorzieht. Die Liste der größten Einzelpositionen wird angeführt von Telecom Holdrs Trust, einer Art Indexzertifikat für Telekom-Aktien, mit einer Fondsquote von über 9 %. Dahinter folgten die Aktien des US-Telekomkonzerns Verizon mit rund 5 %. "Bei den integrierten Telekom-Dienstleistern bevorzugen wir US-Unternehmen, die nicht so hoch verschuldet sind wie die Europäer", erklärt der Fondsmanager. Vor allem Mobilfunk-Anbieter habe er übergewichtet, weil er dort noch immer "Potenzial für weiteres Wachstum und - angesichts der jüngsten Kursabschläge - auch interessante Bewertungen" sehe. Es überrasche daher nicht, dass mit Vodafone und AT & T Wireless zwei Mobilfunk-Anbieter in der Liste der größten Einzelwerte die Plätze drei und vier belegten. Auf dem fünften Rang liege mit knapp 4 % die Softwareaktie Microsoft.

"Auch in diesem Quartal durchlaufen IT-Unternehmen harte Zeiten", meint Thomas Jökel. Der Fondsmanager des UniInternet: e-Commerce von Union Investment liegt mit einem Wertverlust von 35,52 % auf Rang vier. Er blickt aber nicht ohne Hoffnung in die Zukunft. Es gebe eine Reihe von Technologieunternehmen, die bei einem nachhaltigen Konjunkturaufschwung überdurchschnittlich profitieren sollten.

Größte Einzelwerte im Bestand seien derzeit Deutsche Börse und Euronext mit Anteilen von jeweils über 7 %. "Beide werden im Zuge der Konsolidierung des europäischen Börsenmarktes Marktanteile gewinnen, zum einen, indem sie weitere Produkte auf den Markt bringen, zum anderen durch Akquisitionen", erklärt der Fondsmanager. Ebenfalls gut investiert sei er bei TMP, Amazon und Ebay mit Quoten von jeweils über 5 %. "TMP bespielsweise betreibt die Jobbörse Monster.com über das Internet", erläutert Jökel, "auch dieses Geschäftsmodell funktioniert, denn das Produkt ist prädestiniert für den Vertrieb über das Internet".

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